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Pressestimmen

Forscher fürchten Formeln

Tim Fawcett und Andrew Higginson von der University of Bristol haben die Abneigung vieler Forscher gegenüber Formeln untersucht, indem sie 649 wissenschaftliche Studien aus dem Bereich Biologie miteinander verglichen. Die Artikel wurden sämtlich im Jahr 1998 in den Fachblättern „Evolution“, „Proceedings of the Royal Society of London B“ und „The American Naturalist“ veröffentlicht. Bei jedem Artikel zählten die Forscher die darin vorkommenden Gleichungen.


Anschließend schauten Fawcett und Higginson, wie oft jedes der 649 Paper in anderen wissenschaftlichen Aufsätzen zitiert wurde. Zitate sind in der Wissenschaft die wohl wichtigste Währung. Je mehr davon eine Veröffentlichung einheimst, als umso bedeutender gilt sie.

Die Auswertung der Zitatstatistik hatte ein eindeutiges Ergebnis: Je mehr Gleichungen ein Biologe in seiner Arbeit verwendet, umso seltener wird er von Kollegen zitiert. Eine zusätzliche Gleichung pro Seite hat zur Folge, dass die Zahl der zitierenden Arbeiten um 22 Prozent sinkt.

Insgesamt wurden die 649 untersuchten Artikel in 28.068 anderen Artikeln als Referenz angegeben, was einem Durchschnitt von 45 Zitaten pro Paper entspricht. Die Zahl der Gleichungen pro Seite schwankte zwischen Null und 7,5. Viele der stark mathematisch geprägten Artikel hätten nur halb so viele Verweise aus anderen Artikeln wie Texte ohne Gleichungen, schreiben die Forscher im Fachblatt „Proceedings of the National Academy of Sciences“.

Um dem Phänomen auf den Grund zu gehen, haben die Wissenschaftler die Artikel auch danach eingeteilt, ob sie eher theorielastig sind oder experimentell. Dabei stellte sich heraus, dass nichttheoretische Arbeiten kaum Paper mit mathematischem Inhalt zitieren.

„Das ist ein großes Problem“, sagt Fawcett, „denn alle Zweige der Forschung beruhen auf engen Verbindungen von mathematischen Theorien und Experimenten“. Wenn Theorien in einer Art präsentiert würden, die Forscherkollegen abschreckten, dann werde sie auch niemand experimentell überprüfen.

Weitere Informationen finden Sie unter Spiegel.de.

jb