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Panini-Sticker-Statistik: Lahm besiegt Neuer mit 334 zu 178

„Schon wieder Gomez! Den habe ich doch schon viermal.“ Als Sammler von Panini-Stickern braucht man eine gewisse Leidensfähigkeit. Es fehlen nur noch wenige Bilder, aber in den geöffneten Tüten stecken immer nur Aufkleber, die man schon mehrfach hat. Viele Sammler glauben, dass hinter dem Phänomen der ungleichen Verteilung System steckt.

Das Album zur EM 2012 hat 540 Motive. Ein Sammler, der es ohne Tauschen und Nachbestellen fehlender Motive füllen will, muss im Schnitt rund 3700 Sticker kaufen. Wenn er sich so viele Aufkleber gekauft hat, dann wird er sich fast immer über Bildchen ärgern, die er 15-mal oder 16-mal hat. Das ist umso erstaunlicher, weil er bei 540 verschiedenen Motiven und 3700 gekauften Aufklebern jeden Spieler im Mittel eigentlich siebenmal haben sollte. Berechnen kann man diese Menge der doppelten, dreifachen, vierfachen Sticker mit der sogenannten Foata-Han-Lass-Formel.

Aber vielleicht sind die Sticker ja trotzdem ungleich verteilt? Um das herauszufinden, wurde vor einigen Tagen eine kleine Umfrage unter SPIEGEL-ONLINE-Lesern gestartet. Damit der Aufwand überschaubar blieb, wurde nur nach dem Stammtorwart jedes der 16 Teams und nach den Aufklebern der deutschen Spieler gefragt. Das Ganze war also eine kleine Stichprobe der insgesamt 540 Sticker.

266 Leser machten mit! Auf den ersten Blick wirken die Zahlen eher unauffällig. Im Schnitt kommt jedes der 38 Motive 251-mal vor. Alle Spieler sind vertreten – und natürlich schwankt die Menge der Sticker von Motiv zu Motiv. Fast alle Sticker wurden zwischen 200 und 300 mal genannt.

Am häufigsten, nämlich 334-mal, taucht das Bild mit der Nummer 231 auf – der deutsche Kapitän Philipp Lahm. Im Verhältnis zum Mittelwert von 251 ein Plus von immerhin 33 Prozent. Das mit 178 Stück seltenste Motiv (minus 29 Prozent) stammt ebenfalls aus der deutschen Mannschaft. Es ist das Bild 249 und zeigt Manuel Neuer in Aktion.



Philipp Lahm
, Manuel Neuer
(C) Steindy, CC-by-SA 3.0, Downloads von Wikipedia

Was bedeuten diese Zahlen nun? Steckt Lahm häufiger in den Tüten, weil der Kapitän besonders beliebt ist? Oder sind die beobachteten Schwankungen normal? Der Chi-Quadrat-Test der Panini-Sammelbilder hat ein klares Ergebnis: Die Zahlen passen statistisch gesehen nicht zu einer Gleichverteilung.

Das Fazit lautet daher: Die Zahl der Sticker schwankt stärker, als man erwarten würde. Ob dahinter aber Zufall, falsche Eingaben bei der Umfrage oder eine tatsächliche Ungleichverteilung stecken, lässt sich leider nicht klären.

Weitere Informationen finden Sie unter Spiegel.de.

jb