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Rechenschwache Schüler

Psychologische Studien schätzen, dass etwa fünf Prozent aller Schulkinder rechenschwach sind. Mathematik-Fachdidaktiker halten die tatsächliche Zahl der Betroffenen allerdings für mindestens dreimal so hoch.

Dyskalkulie, Rechenschwäche, Rechenstörung – es gibt viele Begriffe für das Phänomen. Meist ist eine Rechenschwäche aber lediglich die Folge fehlgeleiteter Lernprozesse. „Und wenn es das ist, kann man diese Lernprozesse auch wieder korrigieren“, sagt Michael Gaidoschik, Mathematik-Didaktiker und Chef des Rechenschwäche-Instituts in Wien.

Cartoon von Iman Mahtabi

Cartoon: Iman Mahtabi

Kinder mit Dyskalkulie haben systematische Schwierigkeiten, einen Begriff von basalen mathematischen Konzepten und Operationen zu entwickeln. Sie verfügen über keinen ausgebildeten relationalen Zahlbegriff, für sie sind Zahlen vor allem Wörter in einer Zahlwortreihe und nicht Platzhalter für Mengen. Sie sind oft abhängig von Zählhilfen wie Fingern oder Steinen und können sich von dieser Methode auch weit nach der ersten Klasse nicht lösen. Weil ihnen grundlegende „pränumerische Einsichten“ fehlen und Mathematik sehr hierarchisch aufgebaut ist, verschärfen sich im Verlauf der weiteren Grundschuljahre die Probleme.

Eine gute Präventionsarbeit schon im Kindergarten und Früherkennung durch gut ausgebildete Fachlehrer beim Schuleintritt könnte die Entstehung von Rechenschwäche verhindern. Die Ergebnisse der internationalen Mathematiklehrer-Studie TED-S zeigen aber, dass die deutschen Mathe-Lehrer die größten Leistungsunterschiede aller beteiligten Länder haben. Manche Experten meinen auch, dass sich der Mathematikunterricht darüber hinaus ganz grundsätzlich ändern müsste – weg von der Fixierung auf richtige Ergebnisse hin zu den Verstehensprozessen.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter Süddeutsche.de.

jb