Die allgemeine Potenz
In diesem Artikel soll die im Artikel über
Potenzrechnung
dargestellte Definition der Potenz ab auf den Fall verallgemeinert
werden, dass b eine beliebige
reelle Zahl
ist.
Bisher
wurden Potenzen nur für
rationale
Exponenten erklärt.
Wir wollen hier zwei Möglichkeiten zur Definition der reellen Potenz
vorstellen, einmal mit Hilfe des Intervallschachtelungsprinzips
und einmal unter Verwendung der Exponentialfunktion
(falls Ihnen diese Begriffe nichts sagen, suchen Sie vielleicht
diesen
Artikel).
Definition der allgemeinen Potenzen über Intervallschachtelung
Bei diesem Zugang ist die Beobachtung, dass die Potenzfunktion x |-> ax monoton ist (steigend für
a > 1, fallend für a < 1), wenn
wir sie als Funktion von Q nach R auffassen, wichtig.
Wollen wir nun für eine reelle Zahl x die
Potenz ax berechnen, so betrachten wir eine Intervallschachtelung

für x, d.h. eine absteigende Folge von Intervallen, deren einziges gemeinsames Element x ist, mit rationalen Eckpunkten bi und ci. Für die Eckpunkte ist die Potenz also definiert, wegen der Monotonie ist dann auch

eine Intervallschachtelung, bestimmt also eine reelle Zahl, die wir ax nennen. Dies ist wie im Fall rationaler Exponenten nur im Fall a>0 möglich.
Definition der allgemeinen Potenzen über Exponential und Logarithmus
Eine andere Möglichkeit, die allgemeine Potenz zu definieren, ist der Zugang über die Exponentialfunktion und die natürliche Logarithmusfunktion. Entscheidend ist hier die Beobachtung, dass für rationales x und a>0 stets

ist. Nun ist die rechte Seite auch für allgemeines x sinnvoll, man kann sie also als Definition der Potenz ax für irrationales x heranziehen. D. h. man definiert

Die beiden Zugänge sind äquivalent, und die bekannten Potenzgesetze gelten weiter.

