Zusammenspiel: Mathematik und Architektur
Fraktale: Oberflächenaktive Gebäude
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| Terminalplan am JFK Airport in New York. |
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| Ein mathematisches Fraktal. |
Der Begriff fraktal beschreibt hier das Verhältnis zwischen Raum, Fläche und Umfang. Normalerweise wächst eine Fläche im Vergleich zu ihrem Umfang quadratisch (man mache es sich an einem Quadrat mit Seitenlänge a, Fläche a2 und Umfang 4a klar!), eine Fläche ist daher zweidimensional. Für Fraktale gilt dies nicht, ihre Dimensionen werden nicht durch ganze, sondern durch gebrochene Zahlen beschrieben.
"Fraktale Gebäude" also eine im Verhältnis zum Innenraum relativ große Außenfläche aus. In manchen Situationen ist man auch durchaus daran interessiert, möglichst viele aktive Innenwände bei gleichzeitiger maximaler Verschachtelung zu erreichen. Nicht zufällig erinnert ein Spaziergang durch das Labyrinth einer IKEA-Möbelausstellung an eine flächenfüllende Kurve, wie sie bereits von den Mathematikern Hilbert und Peano im neunzehnten Jahrhundert untersucht wurden.
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| Flächenfüllende Peana Kurven. |
Der metaphorische Stellenwert von Fraktalen in der modernen Architektur ist nicht unbeträchtlich. Selbstähnlichkeiten, die bei Fraktalen auftreten, erlauben die Verwirklichung neuer und subtilerer Formen von Symmetrie, deren man sich vor wenigen Jahrzehnten in diesem Ausmaß nicht bewusst war. "Der Teil wird zum Abbild des Ganzen" ist eine sehr weitreichendes Gestaltprinzip, das von immer mehr zeitgenössischen Architekten aufgegriffen wird (vgl. Arbeiten von D. Libeskind, F.O. Gehrey, Ch. Jencks, P. Eisenmann und vieler anderer Vertreter der architektonischen Avantgarde). In ihm spiegeln sich Prinzipien der Ganzheitlichkeit, Gleichberechtigung, strukturellen Komplexität, Einbettung in ein größeres Ganzes wider, die Ausdruck unserer zunehmend komplexen, wissenschaftlich orientierten Welt sind.
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