Zusammenspiel: Mathematik und Architektur
Verhältnisse: Die Welt wird geordnet
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| Parthenon-Tempel auf der Akropolis: Wird dieses Gebäude vom goldenen Schnitt als Gestaltungselement dominiert? |
Spricht man über den Zusammenhang von Mathematik und Architektur, so darf die Analyse von Längenverhältnissen nicht fehlen. In der Absicht, harmonische und nützliche Gebäudeproportionen zu erhalten, griffen und greifen Architekten oft auf standardisierte Regeln für diese Verhältnisse zurück. Deswegen besteht bei der Analyse von klassischen Gebäuden oftmals der erste Schritt darin, die Länge von wesentlichen Grundlinien zueinander ins Verhältnis zu setzen und nach offensichtlichen und verborgenen Zusammenhängen zu suchen. Hier ist aber Vorsicht geboten: Die Willkür der eingezogenen Hilfslinien und das Akzeptieren von scheinbar leichten Abweichungen lassen mehr interpretatorische Freiheiten zu, als es zunächst scheint. So kann man oft Intentionen suggerieren, die weder beim Entwurf noch beim Bau vorhanden waren.
Nachweislich findet sich
aber schon im ältesten überlieferten
Ratgeber über die Errichtung
verschiedener Bauformen De
architectura libri decem (Vitruvius,
um 30 v. Chr.) der Ratschlag, ein
Atrium in den Seitenverhältnissen
3:2 oder 5:3 zu errichten. Neben
ganzzahligen Teilverhältnissen spielt
spätestens seit der Renaissance der Goldene Schnit
eine herausragende
Rolle. Er tritt natürlicherweise
als das Längenverhältnis
1.61803399 von Diagonale und
Seite im regelmäßigen Fünfeck
auf. Als antikes Beispiel wird stets
das Parthenon auf der Akropolis
herangezogen, dessen Baumeister
Phidias namengebend für den
in der Mathematik verwendeten
Buchstaben
(griech. Phi) für
dieses Verhältnis ist. Ob diese Analyse
korrekt ist und der goldene
Schnitt durch die harmonische Formgebung
bedingt ist, oder ob in
Wirklichkeit die ganzzahligen Zahlenverhältnisse
3:2 = 1,5 oder
5:3
1,6666 zu Grunde lagen, ist
allerdings ungeklärt.
Interessanter als diese Spekulationen ist das gesicherte Auftreten des goldenen Schnittes in der Natur, wo er als Proportion im Tier- und Pflanzenreich zu beobachten ist.
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| Mehr zum goldenen Schnitt finden Sie in diesem Artikel oder auch unter Fünf Minuten Mathematik. |

