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Fünf Minuten Mathematik

Nobelpreis für Mathematiker

Sie haben noch nie etwas von einem Preis für Mathematiker gehört? Das liegt wohl daran, dass in der Regel nicht besonders viel Geld im Spiel ist und dass mathematische Leistungen dem Publikum meist nur schwer vermittelt werden können.

Hier das Wichtigste in Kürze. Wer als Mathematiker unsterblich werden möchte, sollte möglichst schon in jungen Jahren etwas wirklich Spektakuläres finden, Mitte Zwanzig ist ein gutes Alter dafür. Dann winkt eine der Fieldsmedaillen, die alle vier Jahre auf den Weltkongressen der Mathematik vergeben werden. Reich wird man davon nicht - es gibt so an die zwanzigtausend Dollar -, trotzdem haben die Preisträger für den Rest ihres Lebens ausgesorgt, da sie sich die besten Stellen aussuchen und vor lukrativen Gasteinladungen kaum retten können. Eine Fieldsmedaille ist vom Ansehen her so etwas wie ein "Nobelpreis der Mathematik". In die Preisrichtlinien ist allerdings eine Altersbeschränkung eingebaut, die streng befolgt wird. (Deswegen gab es für das wohl aufregendste Ergebnis der letzten Jahrzehnte, den Beweis des Fermat-Theorems durch Andrew Wiles, auf dem Weltkongress 1998 in Berlin auch keine Fieldsmedaille, denn Wiles hatte damals die Vierzig schon überschritten.)

Es gibt aber auch Preise, bei denen es um richtig viel Geld geht. Zum einen sind seit dem Jahr 2000 für sieben konkrete schwierige Probleme jeweils eine Million Dollar Preisgeld ausgelobt. Alle sind noch offen, viele der renommiertesten Spezialisten haben sich bisher die Zähne daran ausgebissen. Und dann wird seit 2003 ein Preis verliehen, bei dem das Preisgeld auf Nobelniveau angesiedelt ist: der Abel-Preis. Finanziert wird er vom wohlhabenden Norwegen, vielleicht schafft man es irgendwann einmal, die Verleihung in die (schwedische) Nobelpreis-Zeremonie zu integrieren. Erster Preisträger war der französische Mathematiker Jean-Pierre Serre.

Ergänzungen

Für Interessenten gibt es auch noch weitere Informationen zu den Fieldsmedaillen.

Die Kolumne "Fünf Minuten Mathematik" in der WELT vom 2. 2. 2004
Ehrhard Behrends, FU Berlin