Pressestimme
A beautiful mind - Genie und Wahnsinn
Ein paar Tage früher als vorgesehen ist der Film "A beautiful mind - Genie und Wahnsinn" in Deutschland
in die Kinos gekommen. Eine besonders ausführliche Filmkritik erschien in
der Süddeutschen Zeitung.
Auch ein Kollege, Professor Aigner von der FU Berlin, hat ihn sich angesehen. Hier sein Bericht:
"Sie müssen wissen, ich bin wirklich verrückt - aber ich kann heute damit umgehen". Das sagt der Mathematiker John Nash zum Abgesandten aus Stockholm, der ihm die Kunde von der Nobelpreisverleihung überbringt: ein bewegender Höhepunkt des Filmes und eines Lebensweges, der seinesgleichen sucht. Am Anfang das junge Genie in Princeton 1950 - nervös, kompetitiv, unfähig zur Kommunikation -, das nur eines wollte: einen mathematischen Durchbruch zu erzielen, wo auch immer. Und das gelang ihm: Der Gleichgewichtssatz von Nash (unter gewissen Voraussetzungen gibt es für zwei Handelspartner ein einziges Verhandlungsergebnis, das beiden gerecht wird) ist heute ein Klassiker der Spieltheorie und der Wirtschaftslehre. Dann mit 30 Jahren der Zusammenbruch: Paranoia, Krankenhaus, Schizophrenie, Ende. Hier hat der Film seine stärksten Momente. Dass Nash Mathematiker ist, tritt in den Hintergrund, man wird mitten in das Drama des Geistes-Kranken gezogen, man leidet mit und freut sich umso mehr, als Nash Ende der 80er Jahre langsam wieder auftaucht bis zum krönenden Abschluss in Stockholm. Ein spannender und berührender Film mit einem hervorragenden Hauptdarsteller, der auch einiges über das Wesen der Mathematik und die Mathematiker zu sagen hat. Leider endet der Film nicht mit der oben erwähnten Szene, sondern mit der Nobelpreisverleihung, die direkt aus Hollywoods Kitschkiste stammt. Selbst Nash, der heute 73-jährig in Princeton lebt, soll nicht amused gewesen sein.

