Rezension
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Das Grundgerüst der Handlung dieses Romans lässt sich so zusammenfassen:
Onkel Petros, der Onkel des Ich-Erzählers, ist schon in jungen Jahren
von der Mathematik fasziniert. Sein Lebensziel ist es, die
Goldbach-Vermutung zu beweisen, also die Aussage, dass sich jede
gerade Zahl größer als drei als Summe von zwei Primzahlen
schreiben lässt. Onkel Petros hat schöne Teilerfolge, scheitert
aber letztlich tragisch.
Was für ein Stoff, wie leicht hätte man daraus einen zwar
belehrenden, aber doch im Wesentlichen trockenen Roman stricken können!
Nicht so Apostol Doxiadis. Natürlich lernt man auch hier einiges: etwa
über die Goldbach-Vermutung und andere Sachverhalte aus der
Zahlentheorie, oder über berühmte Mathematiker wie zum Beispiel
Euler, Hardy und Ramanujan. Es ist aber ein Roman geworden, der einen
wirklich fesselt, man nimmt wirklich Anteil am Leben des Onkels.
Wichtiger noch ist, dass Doxiadis das Kunststück gelingt, die
von der Mathematik ausgehende Faszination lebendig werden zu lassen. Wie kommt es,
dass Mathematiker die "wirkliche" Welt mitunter hinter sich lassen und sich
ganz ihrem Fach widmen? Sind es die ewigen Wahrheiten? Ist es die intellektuelle
Herausforderung?
Der Rezensent findet das Buch sehr empfehlenswert. Für alle, die irgendwie mit
Mathematik zu tun haben und auch als Geschenk für Lebenspartner von
Berufsmathematikern, die nach der Lektüre vielleicht besser verstehen,
warum der/die andere manchmal in einer anderen Welt verschwunden zu sein scheint.
(Übrigens: Die gleichen Qualitäten hat das Buch
von Schogt, das könnten Sie dann beim
nächsten Mal verschenken.)
(Rezension: Ehrhard Behrends)


