|
|||
![]()
|
|
||
|
Grundlagen Wir haben eine lesbare Botschaft, die verschlüsselt werden soll. Diese wird Klartext genannt. Das, was aus der Botschaft werden soll, nämlich eine unlesbare Mitteilung, nennt sich Geheimtext. Die Verfahren, die aus dem Klartext den Geheimtext machen, und den Geheimtext wieder in Klartext umwandeln, nennen wir Algorithmen. Eine weitere Information wird benötigt: der Schlüssel. Er bestimmt, wie der Algorithmus den Klartext ver- und den Geheimtext entschlüsseln soll. Gerät er in falsche Hände, ist die Botschaft nicht mehr sicher. Substitution vs. Transposition Es gibt prinzipiell zwei Möglichkeiten, einen Text unlesbar zu machen. Die eine, Substitution, ist ein Verfahren, bei dem jeder Buchstabe durch einen anderen Buchstaben, durch eine Zahl, oder ein anderes Zeichen ersetzt wird. Die Buchstaben behalten ihre Position im Text. Bei der Transposition wechselt jeder Buchstabe innerhalb des Textes seinen Platz, bleibt aber unverändert. Die meisten Verschlüsselungsverfahren basieren auf Substitution, welche z. B. wie folgt funktioniert: Man hat ein so genanntes Klartextalphabet (A,B,C,D,E,...) und ein Geheimtextalphabet, in dem jeder Buchstabe oder jedes Zeichen für einen Buchstaben im Klartextalphabet steht. Zur Verdeutlichung: Klartextalphabet: A B C D E F G H I J K L M N O
Geheimtextalphabet: X G I F K H U T E M P Y O R DWollen wir nun den Text HALLO BOB verschlüsseln, nehmen wir anstatt des eigentlichen Buchstabens denjenigen, der darunter steht. Für H also T, für A folglich X, usw. Der fertige Geheimtext lautet schließlich: TXYYD GDG. Können Sie nun entschlüsseln, was UKTKEO bedeutet? Entschlüsselt wird natürlich genau andersherum. Man nimmt das Geheimtextalphabet und schaut, welcher Buchstabe jeweils darüber steht. Übrigens: Das Geheimtextalphabet ist der Schlüssel. Polyalphabetische vs. Monoalphabetische Verschlüsselung Wie schon oben beschrieben, benötigt das Substitutionsverfahren ein Geheimtextalphabet. Mann könnte aber statt einem auch zwei oder sogar noch mehr, und diese abwechselnd benutzen. Klartextalphabet: A B C D E F G H I J K L M N O
Geheimtextalphabet 1: X G I F K H U T E M P Y O R D
Geheimtextalphabet 2: J F T R D W Q X C V E U G L HFür den ersten Buchstaben benutzen wir Geheimtextalphabet 1, für den zweiten Geheimtextalphabet 2, für den dritten wieder Geheimtextalphabet 1, etc. Verschlüsseln wir HI ALICE, wird das H zwar noch durch T ersetzt, das I jedoch durch C aus Geheimtextalphabet 2. Für A nehmen wir wiederum das X aus Geheimtextalphabet 1. Der fertige Geheimtext lautet diesmal TC XUETK. Angenommen, Sie erhalten eine verschlüsselte Botschaft, die ETTUEDGDFCIX lautet, und Sie haben auf irgendeine Weise Kenntnis von dem Schlüssel (die Geheimtextalphabete). Auf Trennzeichen wurde diesmal verzichtet. Was will man Ihnen mitteilen? Das Benutzen von mehr als einem Geheimtextalphabet macht den Geheimtext deutlich sicherer, wie wir noch sehen werden. Auf jeden Fall kennen wir jetzt den Unterschied zwischen Monoalphabetischer Verschlüsselung (mit einem Geheimtextalphabet) und Polyalphabetischer Verschlüsselung (mit mehreren Geheimtextalphabeten). Symmetrische vs. Asymmetrische Kryptographie Der Unterschied zwischen symmetrischer und asymmetrischer Kryptographie besteht darin, dass bei symmetrischer ein Schlüssel zum Ver- als auch zum Entschlüsseln genutzt wird, während in der asymmetrischen Kryptographie zwei Schlüssel existieren: einer zum Verschlüsseln und einer zum Entschlüsseln. Die von uns bisher angewandte Methode gehört zur symmetrischen Kryptographie, genauso wie die meisten Verfahren, die wir kennen lernen werden. |
|||