[ Spuren der Mathematik - www.mathematik.de ]
Startseite

Übersicht


[ Wichtiges ]

Kryptographie
  -Caesar
  -Vignère
  -Enigma
  -RSA

Kryptoanalyse
  -Häufigkeit


[ Sonstiges ]

  -Glossar (i.e.)
  -Glossar (netsc.)

  -Sonstiges
   |Kontakt    |Quellen

   Grundlagen

   Wir haben eine lesbare Botschaft, die verschlüsselt werden soll. Diese
   wird Klartext genannt. Das, was aus der Botschaft werden soll, nämlich
   eine unlesbare Mitteilung, nennt sich Geheimtext. Die Verfahren, die
   aus dem Klartext den Geheimtext machen, und den Geheimtext wieder
   in Klartext umwandeln, nennen wir Algorithmen. Eine weitere
   Information wird benötigt: der Schlüssel. Er bestimmt, wie der
   Algorithmus den Klartext ver- und den Geheimtext entschlüsseln soll.
   Gerät er in falsche Hände, ist die Botschaft nicht mehr sicher.


   Substitution vs. Transposition

   Es gibt prinzipiell zwei Möglichkeiten, einen Text unlesbar zu machen.
   Die eine, Substitution, ist ein Verfahren, bei dem jeder Buchstabe
   durch einen anderen Buchstaben, durch eine Zahl, oder ein anderes
   Zeichen ersetzt wird. Die Buchstaben behalten ihre Position im Text.
   Bei der Transposition wechselt jeder Buchstabe innerhalb des Textes
   seinen Platz, bleibt aber unverändert. Die meisten
   Verschlüsselungsverfahren basieren auf Substitution, welche z. B. wie
   folgt funktioniert:

   Man hat ein so genanntes Klartextalphabet (A,B,C,D,E,...) und ein
   Geheimtextalphabet, in dem jeder Buchstabe oder jedes Zeichen für
   einen Buchstaben im Klartextalphabet steht. Zur Verdeutlichung:

   Klartextalphabet:       A B C D E F G H I J K L M N O
   Geheimtextalphabet:    X G I F K H U T E M P Y O R D

   Wollen wir nun den Text HALLO BOB verschlüsseln, nehmen wir anstatt
   des eigentlichen Buchstabens denjenigen, der darunter steht. Für H
   also T, für A folglich X, usw. Der fertige Geheimtext lautet schließlich:
   TXYYD GDG. Können Sie nun entschlüsseln, was UKTKEO bedeutet?

   Entschlüsselt wird natürlich genau andersherum. Man nimmt das
   Geheimtextalphabet und schaut, welcher Buchstabe jeweils darüber
   steht. Übrigens: Das Geheimtextalphabet ist der Schlüssel.


   Polyalphabetische vs. Monoalphabetische Verschlüsselung

   Wie schon oben beschrieben, benötigt das Substitutionsverfahren ein
   Geheimtextalphabet. Mann könnte aber statt einem auch zwei oder
   sogar noch mehr, und diese abwechselnd benutzen.

   Klartextalphabet:       A B C D E F G H I J K L M N O
   Geheimtextalphabet 1:  X G I F K H U T E M P Y O R D
   Geheimtextalphabet 2:  J F T R D W Q X C V E U G L H

   Für den ersten Buchstaben benutzen wir Geheimtextalphabet 1, für
   den zweiten Geheimtextalphabet 2, für den dritten wieder
   Geheimtextalphabet 1, etc. Verschlüsseln wir HI ALICE, wird das H
   zwar noch durch T ersetzt, das I jedoch durch C aus
   Geheimtextalphabet 2. Für A nehmen wir wiederum das X aus
   Geheimtextalphabet 1. Der fertige Geheimtext lautet diesmal TC XUETK.

   Angenommen, Sie erhalten eine verschlüsselte Botschaft, die
   ETTUEDGDFCIX lautet, und Sie haben auf irgendeine Weise Kenntnis
   von dem Schlüssel (die Geheimtextalphabete). Auf Trennzeichen
   wurde diesmal verzichtet. Was will man Ihnen mitteilen?

   Das Benutzen von mehr als einem Geheimtextalphabet macht den
   Geheimtext deutlich sicherer, wie wir noch sehen werden. Auf jeden
   Fall kennen wir jetzt den Unterschied zwischen Monoalphabetischer
   Verschlüsselung (mit einem Geheimtextalphabet) und
   Polyalphabetischer Verschlüsselung (mit mehreren
   Geheimtextalphabeten).


   Symmetrische vs. Asymmetrische Kryptographie

   Der Unterschied zwischen symmetrischer und asymmetrischer
   Kryptographie besteht darin, dass bei symmetrischer ein Schlüssel zum
   Ver- als auch zum Entschlüsseln genutzt wird, während in der
   asymmetrischen Kryptographie zwei Schlüssel existieren: einer zum
   Verschlüsseln und einer zum Entschlüsseln. Die von uns bisher
   angewandte Methode gehört zur symmetrischen Kryptographie,
   genauso wie die meisten Verfahren, die wir kennen lernen werden.