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Digitalisierung In der heutigen Zeit ist das Benutzen von Computern, gerade im Feld der Kryptographie, unverzichtbar. Computer sind unglaublich schnell und unglaublich präzise. Ihre Verschlüsselungsleistung geht weit über das hinaus, was ein Mensch je schaffen könnte. Nun haben wir einen Text vorliegen und wollen ihn per Computer verschlüsseln. Der Computer arbeitet binär, folglich müssen wir unsere Buchstaben in binäre Zahlenketten umwandeln. Wir tun dies mit Hilfe der ASCII-Tabelle. Wollten wir den Text HALLO in ASCII-Code übersetzen, hätten wir Folgendes: 1001000 1000001 1001100 1001100 1001111. Auch der benötigte Schlüssel müsste binär vorlegen, für den Schlüssel KRYPT ergäbe sich 1001011 1010010 1011001 1010000 1010100. Den Geheimtext würden wir jetzt bilden, indem wir Schlüssel und Klartext untereinander schrieben, und dann jede Stelle binär addieren würden (Es gilt: 0+0=0, 0+1=1, 1+0=1, 1+1=0). Schlüssel (KRYPT): 1001011 1010010 1011001 1010000 1010100 Klartext (HALLO): 1001000 1000001 1001100 1001100 1001111 Geheimtext: 0000011 0010011 0010101 0011100 0011011 Der Text ist jetzt ohne Kenntnis des Schlüssels nicht rekonstruierbar. Entschlüsseln Sie nun Folgendes (Geheimtext und Schlüssel sind bekannt): Schlüssel: MATHE Geheimtext: 0001111 0010011 0010101 0011110 0001010 Hoffentlich haben Sie es geschafft! Überprüfen können Sie ihre Lösung hier. Public-Key-Kryptographie Die Public-Key-Kryptographie ist eine Erweiterung der Idee der asymmetrischen Kryptographie. Wichtig ist, dass weder der Schlüssel zum Verschlüsseln noch der zum Entschlüsseln Rückschlüsse aufeinander zulassen. Ist also ein Schlüssel zum Verschlüsseln und ein Schlüssel zum Entschlüsseln gefunden, kann man mit der Public-Key- Kryptographie beginnen. Generell wird, um dieses Verfahren zu erklären, mit drei imaginären Personen gearbeitet: Alice, Bob, und die böse Eve. Alice möchte Bob eine geheime Nachricht m schicken. Um m zu verschlüsseln, benutzt sie Bobs öffentlichen Schlüssel zum Verschlüsseln E und schafft so Geheimtext c, also: E(m) = c. Alice schickt Bob nun c. Da Bob den Geheimtext entschlüsseln will, benötigt er seinen privaten (geheimen) Schlüssel zum Entschlüsseln D. Es gilt: D(c) = m also D(E(m)) = m Die Vorteile der Public-Key-Kryptographie liegen auf der Hand: Das Problem der Schlüsselverteilung entfällt. Des Weiteren ist es nun möglich, mit unbekannten Teilnehmern durch dieses System zu kommunizieren. Eine genaue Absprache ist deshalb nicht mehr nötig. Eve, die stets darauf bedacht ist, wichtige geheime Nachrichten herauszufinden, hat zwar Geheimtext c abgefangen, kann jedoch nichts damit anfangen, da ihr Schlüssel D fehlt. RSA Bislang war das Public-Key-Verfahren eine rein theoretische Lösung des Problems der Schlüsselverteilung. Theoretisch, weil lange Zeit keine geeigneten Funktionen gefunden wurden, um dieses Verfahren in die Praxis umzusetzen. Dann, im Jahre 1977 erfanden Ronald Rivest, Adi Shamir und Leonard Adleman dieses nach ihren Nachnamen genannte Verfahren, welches auf der Erkenntnis beruht, dass es derzeit nicht möglich ist, sehr große Zahlen in ihre Primfaktoren zu zerlegen. Das Verfahren funktioniert wie folgt: Alice bestimmt zwei große Primzahlen, p und q, die sie geheim hält. Sie multipliziert dann p und q, um N zu erhalten. Sie wählt eine weitere Zahl, e, und veröffentlicht N und e als ihren öffentlichen Schlüssel. Bob, der eine Nachricht an Alice schicken will, wandelt erst einmal den Klartext in die Dezimalzahl M um (mit Hilfe des ASCII-Standards, zum Beispiel). Nun verschlüsselt Bob M durch die Formel: C = M^e (mod N) Nun erhält Alice den Geheimtext C und will ihn entschlüsseln. Dazu ist Folgendes notwendig: Sie errechnet den Schlüssel, den sie zum Entschlüsseln braucht, d: e*d = 1(mod (p-1)*(q-1)) <=> d = (1(mod (p-1)*(q-1))) / e Nun wird der Geheimtext entschlüsselt, und zwar wie folgt: M = C^d (mod N) Auf diese Weise kann Alice, und nur Alice allein, die Nachricht C entschlüsseln. Sollte Eve sie abfangen, kann sie nichts damit anfangen, da ihr p und q fehlen. |
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