Wilhelm Schickardt

Wilhelm Schickhardt 1632 in Tübingen

Wilhelm Schickard, diese Schreibweise stammt von ihm selbst, wurde am 22.4.1592 in Herrenberg geboren. Er war Sohn eines Schreiners und Baumeisters und Neffe des herzoglichen Baumeisters zugleich. Seine Mutter war eine Pfarrerstochter aus Gärtringen. Er besuchte die Lateinschule in Herrenberg, das fürstliche Alumnat in Bebenhausen und kam dann in das theologische Stift Tübingen, wie es für einen Theologen zu jener Zeit üblich war. Im Alter von 22 Jahren war er bereits Diakon in Nürtingen. Neben seinen kirchlichen Pflichten beschäftigte er sich wissenschaftlich schon auf den verschiedensten Gebieten. "Beidhändiger Philosoph" so nannte ihn sein zwanzig Jahre älterer und in Linz lehrender Freund und "Kaiserlicher Mathematiker" Johannes Kepler (1617). Neben der hier beginnenden Freundschaft mit Kepler gehört auch die Entstehung einer engen Beziehung zum württembergischen Herzogshaus zu den entscheidenden Ereignissen der Nürtinger Zeit. Herzog Friedrich war es dann auch, der 1619 eine Professur Schickards an der Universität Tübingen durchsetzte. Gleichzeitig wurde er Rektor der Tübinger Burse, einer Wohn- und Studienstätte für viele Studenten. Seine 1628 erfolgte Berufung in den Senat der Universität hatte er ebenfalls dem Herzog zu verdanken. 1631 wurde ihm schließlich auch die Professur für Mathematik (Astronomie) übertragen. In dieser Zeit entwarf er auch seine berühmte Rechenmaschine.
Aber auch Wilhelm Schickard geriet, wie sein Onkel Heinrich in die Wirren des 30jährigen Krieges. Die kaiserlichen Truppen hatten wie nach Herrenberg auch nach Tübingen die Pest gebracht. Seine Frau und drei seiner Töchter starben an dieser Seuche, seine Mutter wurde von Soldaten umgebracht. Am 24. Oktober 1635 erlag auch Wilhelm Schickard, erst 43 Jahre alt, zusammen mit seinem neunjährigen Sohn dieser Krankheit.