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ADAM RIES
Biographie
Einige Informationen vorweg
Von den Linien
Regula falsi oder Posicion
Magische Quadrate
Neunerprobe – Neunerrest
Konstruktion eines rechten
Winkels und Quadrates
Die Mathematik des Adam Ries
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Die Mathematik des Adam
Ries
- WAS BLIEB, WAS VERÄNDERTE
SICH ? -
Obwohl
Adam Ries durch den Volksmund, der seine Leistungen mit dem Ausspruch „Das
macht nach Adam Riese ...“ zur Bekräftigung der Richtigkeit einer Rechnung
würdigte, sprichwörtlich unsterblich geworden ist, sind ihm dennoch keine
eigenen mathematischen Erkenntnisse zu verdanken. Sein Ziel war es nicht,
durch Erforschung unbekannter mathematischer Gebiete zu Ruhm zu gelangen,
sondern die einfache Bevölkerung in den Grundrechenarten zu unterrichten.
Dabei ging er nach der auch heute noch üblichen Methode vor, zuerst das
Einfache zu lehren und anschließend zum Schwierigeren überzugehen.
Er
war einer der bedeutendsten Personen seiner Zeit, die die Verbreitung der
Mathematik vorantrieben. Bisher waren nämlich nur Kaufleute oder Händler der
mathematischen Rechenarten kundig.
Adam
Ries wollte, dass die Mathematik einer breiten Schicht der Bevölkerung
zugängig gemacht wird, weshalb er sein Wissen, welches er auch in seiner
Rechenschule in Annaberg lehrte, in Büchern niederschrieb.
Durch
seine Rechenbücher, die ebenfalls nach seiner Methode aufgebaut waren, vom
Einfachen zum Schwierigeren überzugehen, wurde in Deutschland ein
mathematischer Wandel vollzogen. Von nun an wurden die Zeiten für
betrügerische Verkäufer schwieriger, die der Bevölkerung ihr hart verdientes
Geld durch üble Wucherpreise oder Wechselgeldbetrug abzunehmen versuchten.
Während
anfangs das nach unserer heutigen Ansicht schwierigere Rechnen auf den
Linien, also auf dem Abakus, angewandt wurde, da bisher nur römische Zahlen
bekannt waren, setzte sich im Laufe der Zeit das heute übliche Rechnen mit
arabischen Ziffern durch. Dies konnte mit Hilfe der Feder, also eines
Stiftes, geschehen. Noch heute werden dieselben Grundrechenarten – Addieren,
Subtrahieren, Multiplizieren und Dividieren – in allen Schulen unterrichtet,
wobei sich vor allem in den Grundschulen der so genannte Setzkasten zur
Einführung in die Mathematik durchgesetzt hat.
Durch
neuartige mathematische Erkenntnisse mussten aber immer komplexere Rechnungen
durchgeführt werden, die einen entsprechend langen Zeitaufwand in Anspruch
nahmen. Um die Berechnung derart komplexer Rechenaufgaben zu vereinfachen,
kam es zur Entwicklung des Computers und des Taschenrechners, die in der Lage
sind, auf Basis des Rechenbrettes durch Anwendung der Elevation und Resolution
elektronisch zu addieren, subtrahieren, multiplizieren und dividieren.
Zwar
ist die Regula falsi, also das Rechen mit Hilfe eines doppelten falschen
Ansatzes, im Laufe der Zeit aus dem Mathematikunterricht verschwunden, für
das Lösen von Sachaufgaben in Klassenstufen, die die Grundlagen der
Mathematik vermitteln, wäre sie jedoch eine angenehme Alternative zur
Rechnung mit Variablen.
Die
Konstruktion magischer Quadrate hat sich zwar auch aus der modernen
Mathematik verabschiedet, zur damaligen Zeit wurde magischen Quadraten jedoch
eine magische Bedeutung zugeschrieben, die den Gemütszustand des Menschen
positiv oder negativ beeinflussen konnte. Daher wurde der Konstruktion und
Darstellung magischer Quadrate eine große Bedeutung zugemessen. Des Weiteren
fanden magische Quadrate auch den Einzug in die Kunst, wie beispielsweise in
Albrecht Dürers Kupferstich Melencolia I aus dem Jahre 1514.
Da
die Durchführung einer Probe durch Entwicklung moderner, bei entsprechender
Programmierung und Bedienung fehlerfrei arbeitender Rechensysteme, wie
beispielsweise des Taschenrechners oder Computers, nahezu unnötig geworden
ist, wurde auch die Neunerprobe aus dem Alltagsleben verdrängt. Aufgrund
ihrer schnellen Durchführbarkeit sollte sie aber im Hinterkopf behalten
werden, falls moderne Rechensysteme durch technische Schäden versagen sollten
und wieder auf altbewährte Rechenmaschinen wie den Abakus zurückgegriffen
werden muss.
Selbst
in der heutigen, modernen Zeit müssen oft noch Konstruktionen von Hand gefertigt
werden. Die Grundlagen werden dafür schon früh im Schulunterricht gelehrt und
sind nicht zuletzt wegen Adam Ries fester Bestandteil des
Mathematikunterrichtes. Um den Zeitaufwand bei der Konstruktion rechter
Winkel zu verkürzen, wurde das Geodreieck geschaffen, wobei aber dieses
Hilfsmittel im Schulunterricht erst dann zur Hand genommen werden darf, wenn
dem Schüler die Konstruktion eines rechten Winkels – genau wie bei Adam Ries
– bekannt ist.
Aufgrund
seiner herausragenden Leistungen ist Adam Ries in seiner Stadt Annaberg im
Jahre 1893 ein Denkmal gesetzt worden. Des Weiteren existiert ein
Adam-Ries-Bund, der 1999 die Trägerschaft über das Adam-Ries-Haus in der
Johannisgasse 23 in Annaberg-Buchholz übernommen hat und sich um den Erhalt
der gesamten Einrichtung bemüht. Dieses Wohn- und Schulgebäude wurde von 1981
bis 1983 umfangreich rekonstruiert. Im Jahre 1984 wurde dort das
Adam-Ries-Museum eingerichtet, welches auch heute noch besucht werden kann,
um Näheres über Adam Ries, sein Leben und sein Werk zu erfahren.
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