ADAM RIES

           

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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  Regula falsi oder Posicion

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AUFGABE:

„Es ist gegeben:

Einer spricht: Gott grüße euch 30 Gesellen.

Antwortet einer: Wenn wir noch einmal so viele und [noch einmal] halb so viele wären, so wären wir dreißig Personen.

Die Frage [lautet]: Wie viele ]Personen] sind es [wirklich] gewesen?

 

Gehe folgendermaßen vor:

Nimm Dir eine Zahl, die durch 2 geteilt werden kann, zum Beispiel 16. Überprüfe diese Zahl. Sprich: 16 plus 16 plus die Hälfte von 16, was 8 ist, ergibt in einer Summe 40. Es sollten aber 30 Personen sein. Es sind also 10 [Personen] zu viel“. Dieser Wert entspricht dem ersten Fehlbetrag.

„Nimm deshalb an, es sind 14 Personen gewesen. Sprich: 14 plus 14 plus 7 macht zusammen 35. Es sind 5 Personen zu viel“, was dem zweiten Fehlbetrag entspricht.

Es steht also:                       16            + plus     10

                                                                              5

                                               14            + plus       5

„Ziehe“ beide Fehlbeträge voneinander ab, also „5 von 10“. „Es bleiben 5 als Teiler übrig. Multipliziere danach im Kreuz“ 16 mit 5 und 14 mit 10.

„Ziehe das eine vom anderen ab [ also:  16 · 514 · 10 ] und teile [die Differenz mit dem Teiler] ab. Auf diese Weise ergeben sich 12. So viele Gesellen sind es gewesen“. (Übersetzung nach Deschauer 1991: 144-145)


 

AUFGABE:

„Es ist gegeben: Jemand hat Geld, legt es an, [und] gewinnt 4 Gulden. Er legt es erneut an und gewinnt die Hälfte des verzinsten Kapitals und dazu 5 Gulden mehr. Er legt es zum dritten [Mal] an und gewinnt den vierten Teil der ganzen Summe.“ [...] Er hat nun „70 Gulden. Die Frage lautet: Wie viel Geld hatte er am Anfang?

 

Gehe folgendermaßen vor:

Nimm an, er hat 6 Gulden gehabt. Addiere 4 Gulden [dazu]. Es ergeben sich 10 [Gulden]. Addiere die Hälfte von 10 Gulden dazu und [zusätzlich] 5 Gulden. Es werden 20 Gulden. Davon ist ein Viertel 5 Gulden. Die gib zu den 20 [Gulden] dazu; es ergeben sich 25 Gulden. Es sollten [aber] 70 Gulden sein. Es sind also 45 Gulden zu wenig.“

Daher muss vor 45 ein Minuszeichen gesetzt werden, also - 45. Dieses Minuszeichen kann auch ausgeschrieben werden.

„Nimm deshalb an, es sind 12 Gulden gewesen, und überprüfe diesen Wert auch.

Es steht also:                       6              minus                     45

 

                               12            minus                     33 ¾

Wandle die Lügen in Brüche“ mit dem gleichen Nenner um.

6             minus                     180/4

12            minus                     135/4

Kürze mit ¼. Ziehe 135 von 180 ab. Es ergeben sich 45 als Teiler.

„Es steht wie hier:               6                  -                          180

                                                                                                                45

                                               12                -                          135                        

Berechne [das Ergebnis nach der bereits bekannten Methode]. Es ergeben sich 30 Gulden. So viel hat er [am Anfang] gehabt.“

(Übersetzung nach Deschauer 1991: 151-152)

 

 

AUFGABE:

Es ist gegeben:

„Ihrer zwei, A und B, wollen ein Pferd für 15 Gulden kaufen. Spricht A zu B: Gib mir ein Drittel Deines Geldes. So will ich mein Geld dazugeben und [wir können] das Pferd bezahlen. Spricht B zum A: Gib mir von Deinem Geld ein Viertel, so will ich [zusammen] mit meinem Geld das Pferd bezahlen.'' Nun frage ich: Wie viel Geld hat jeder einzelne?

Nimm an, A hat 12 Gulden.“ Für die restliche Bezahlung fehlen“ – wenn man nach dem Ansatz von A vorgeht – „3 Gulden, welche den dritten Teil vom B machen. Also muss B 9 [Gulden] haben. Überprüfe dann diese [Werte nach den Ansätzen von A und B]. Sprich: der dritte Teil [ des Geldes von B – 9 Gulden – ] ist 3. Zu den 12 des A addiert ergeben sich 15. Damit kann das Pferd bezahlt werden.

Nun will B vom A den vierten Teil haben, also 3 Gulden. Addiere 3 zu 9, es ergeben sich 12. Es sind 3 Gulden zu wenig. Nimm deshalb an, A habe 8 Gulden. [Folglich] muss B“ – nach dem Ansatz von A – „21 Gulden haben“, da noch 7 Gulden – ein Drittel des Geldes von B zur Bezahlung des Pferdes fehlen . „Überprüfe erneut“ nach dem Ansatz von B. „Es sind 8 Gulden zuviel, und es steht also“:

                                               A            B

                               12            9              minus                     3

                                                                                                                              11

                                               8              21            plus                        8

Addiere, um den Teiler zu erhalten, 3 und 8 ohne Berücksichtigung der Vorzeichen zusammen – die Begründung dafür ist in der Theorie erläutert. Für den Teiler ergibt sich 11.

„Berechne zuerst das Geld des A.“

Multipliziere kreuzweise 12 mit 8 und 8 mit 3. Addiere beide Produkte zusammen und teile mit dem Teiler ab.

„Es ergeben sich 10 Gulden und 10/11 Teile [für A]. Berechne danach das Geld des B.“ Multipliziere kreuzweise 9 mit 8 und 21 mit 3. Addiere beide Produkte zusammen und teile mit dem Teiler ab.

„Es ergeben sich 12 3/11 Gulden.“

                               (Übersetzung nach Deschauer 1991: 152-153)