ADAM RIES

           

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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  Regula falsi oder Posicion

 

 

„[Die Regula falsi] wird mit Hilfe zweier falscher Ansätze gemacht, mit denen eine Aufgabe mit Fleiß überprüft werden soll, insofern die Frage es wert ist, länger behandelt zu werden.“

[...]

Ergeben diese Ansätze mehr, als das vorgegebene Ergebnis ist, „so bezeichne“ die Abweichungen vom geforderten Ergebnis – diese Abweichungen werden auch Fehlbeträge oder Lügen genannt – „mit dem Zeichen +, [welches] plus [genannt wird]. Wenn sie aber weniger ergeben“ als das vorgegebene Ergebnis, „so beschreibe sie mit dem Zeichen - , [welches] minus genannt [wird].

[...]

Subtrahiere beide Fehlbeträge voneinander. Die Differenz benötigst Du später als Teiler.“

 

Bei der Subtraktion müsste eigentlich beachtet werden, dass man den ersten Fehlbetrag, der oben steht, vom unten stehenden Fehlbetrag subtrahiert und für die weiteren Rechenschritte das sich ergebende Vorzeichen berücksichtigt.

Adam Ries hat den Fall einfach auf seine Art und Weise gelöst und nur positive Werte angenommen, d.h. wenn sich negative Werte ergeben, werden sie betragsmäßig in positive Werte umgewandelt.

 

„Multipliziere danach kreuzweise [jeweils] den einen falschen Ansatz mit der Lüge [des anderen falschen Ansatzes].''

„Subtrahiere den einen [Wert] vom anderen“.

„Teile den sich daraus ergebenden Rest“ – also die Differenz beider Werte – „mit dem Teiler, der sich vorhin [bei der Subtraktion der beiden Fehlbeträge] ergeben hat. Es ergibt sich die richtige Antwort auf die Frage.

Wenn aber ein falscher Ansatz zu viel“ – also einen positiven Rest – „und der andere falsche Ansatz zu wenig“ - also einen negativen Rest – „ergibt, so addiere beide Lügen“ ohne Berücksichtigung der Vorzeichen „zusammen“, d.h. von beiden Fehlbeträgen müssen die Beträge zusammenaddiert werden. „Was sich ergibt, ist Dein Teiler. Multipliziere danach im Kreuz, addiere [beide Werte] zusammen und teile“ das Ergebnis mit dem zuvor erhaltenen Teiler. „Auf diese Weise erhält man die Antwort auf die Frage.“ [...]

                               (Übersetzung nach Deschauer 1991: 144)

 

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