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ADAM RIES
Biographie
Einige Informationen vorweg
Von den Linien
Regula falsi oder Posicion
Magische Quadrate
Neunerprobe – Neunerrest
Konstruktion eines rechten
Winkels und Quadrates
Die Mathematik des Adam Ries
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Von den Linien
Addieren oder
Summieren
„[Addieren] heißt zusammentun und bringt einem bei, wie man viele und
verschiedene Anzahlen von Gulden, Groschen, Pfennigen und Hellern in eine
Summe bringen kann. Gehe folgendermaßen vor: Mache für Dich Linien, die Du in
so viele Felder“ – die heutige Bezeichnung wäre Spalten – „aufteilst, wie
Münz[arten] vorhanden sind. Lege die Gulden für sich alleine, [ebenso] die
Groschen, Pfennige und Heller [...]“. Der Fachbegriff für das Auslegen der
Zahl lautet Numeration.
„Rechne die Heller und Pfennige“ nach der jeweiligen Landeswährung
„in Groschen um [...] und anschließend die Groschen in Gulden [...] .
Auch sollst Du Dir merken: Wenn fünf Pfennige auf einer Linie liegen,
sollst Du sie bündeln und nur das fünfte Pfennigstück in das darüberliegende Spacium
legen.“ (Übersetzung nach Ries 1574: 4)
„Genauso verhält es sich, wenn zwei Pfennige in einem Spacium liegen.
Bündele sie und lege einen auf die nächste Linie darüber.“ (Übersetzung nach
Ries 1574: 5)
Der Fachbegriff für die Bündelung und das anschließende Legen eines
Rechenpfennigs auf die darüberliegende Linie oder das Spacium lautet „Elevation“ beziehungsweise
„Erhöhung“.
Um es kurz zu sagen: Auf einer Linie dürfen maximal vier
Pfennigstücke liegen und in einem Spacium maximal ein Rechenpfennig.
„Folgende Beispiele werden Dir den Sachverhalt verdeutlichen, wobei 1
Groschen 12 Pfennigen entspricht und 1 Gulden 21 Groschen.“ (Übersetzung nach
Ries 1574: 5)
Um nicht sofort mit dem aufgrund der
Münzenvielfalt geringfügig schwereren Münzenrechnen fortzufahren, wäre es
sinnvoll, die Theorie zuerst an einer gewöhnlichen Additionsaufgabe von
Zahlen mit Hilfe von Schaubildern bezüglich der Benutzung des Abakus zu
verdeutlichen:
AUFGABE: Ermittle das Ergebnis der
Addition von 1342 und 256.
Mache die Numeration der ersten Zahl, hier
1342.
Dann wird die zweite, zu addierende Zahl (256)
dazugelegt. Es ist hierbei gleichgültig, ob sie zuerst in das daneben liegende
Bankir oder gleich zur ersten Zahl dazugelegt wird.
oder
Schließlich
wird die Elevation durchgeführt. Auf der Linie mit dem Wert 100 liegen
5 Rechenpfennige, die gebündelt 1 Rechenpfennig im darüber liegenden Spacium
mit dem Wert 500 ergeben.
Als Ergebnis ergibt sich schließlich 1598.
BEISPIEL nach Adam Ries:
Adam Ries gibt in seinem Rechenbuch folgende
Aufgabe als Übung für seine Theorie an:
|
GULDEN
|
GROSCHEN
|
PFENNIG
|
|
123
|
17
|
9
|
|
234
|
18
|
7
|
|
307
|
11
|
5
|
|
678
|
13
|
6
|
|
1342
|
59
|
27
|
„Jemand
hat [einmal] folgendes Geld empfangen:
Wie
viel macht es in einer Summe?
Gehe folgendermaßen vor: Lege die Gulden für sich
alleine, genauso die Groschen und Pfennige.“ (Übersetzung nach Ries 1574: 5)
Am
Beispiel der Gulden wird im Folgenden das Rechnen mit dem Abakus
verdeutlicht.
Die Gulden werden für sich alleine nebeneinander
gelegt.
Anschließend werden sie nach den Regeln der
Elevation zusammengefasst, wie im oben genannten Zahlenbeispiel verdeutlicht
wurde. Auf diese Weise ergeben sich 1342 Gulden, 59 Groschen und 27 Pfennige.
„Wandle anschließend die Pfennige in Groschen um
und die Groschen in Gulden. Es ergeben sich 1344 Gulden, 19 Groschen und 3
Pfennige.“ (Übersetzung nach Ries 1574: 5)
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