ADAM RIES

           

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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  Von den Linien

           Multiplizieren

 

„Multiplizieren bedeutet vervielfachen [...] und bringt einem bei, wie man eine Zahl mit ihr [selbst] oder einer anderen [Zahl] vervielfältigen kann.“ Grundlage dafür ist das Einmaleins.

(Übersetzung nach Ries 1574: 7)

 

 

„Zum Multiplizieren gehören zwei Zahlen: die eine Zahl wird multipliziert, mit der anderen multipliziert man. Die [Zahl, die] multipliziert werden soll, sollst Du [auf dem Abakus] auflegen, und die andere Zahl [sollst] Du Dir merken. [...]

Liegt ein Pfennig in einem Spacium, so greife auf die darüberliegende Linie, und halbiere die Zahl,“ mit der multipliziert werden soll und „die Du Dir gemerkt hast, wenn Du mit einer Einerziffer multiplizierst.“ Dies ist gleichbedeutend mit der Methode, im Spacium, in dem der Pfennig liegt, ein Vielfaches dieses Pfennigs niederzulegen und dann die Elevation durchzuführen.

„Wenn [Du] aber mit einer zweistelligen Zahl [multiplizierst], greife auf die zweite, über dem Pfennig liegende Linie, und lege die Hälfte der Ziffer mit dem höchsten Stellenwert nieder.“

„Greife dann auf die Linie darunter, lege die Hälfte der Einerziffer nieder, und nimm den Pfennig im Spacium weg.

Genauso funktioniert es, wenn man mit drei, vier oder mehr Ziffern multiplizieren will. Dann soll man über genauso viele Linien greifen und von oben herab Rechenpfennige niederlegen.

Wenn aber Pfennige auf den Linien liegen, so greife auf die oberste Linie,“ auf der Rechenpfennige vorhanden sind. „[Wenn] Du mit einer einstelligen Zahl multiplizierst, bleibe mit dem Finger auf der selben Linie, und lege die gemerkte Zahl so oft aus, wie Pfennige auf den Linien liegen.

[Wenn man] aber mit einer zweistelligen Zahl [multiplizieren will], so greife auf die nächste Linie darüber. Lege die Ziffer mit dem höchsten Stellenwert genau so oft [nieder], wie Pfennige auf der Linie liegen. Greife dann auf die darunter[liegende] Linie herab, und lege die Einerziffer auch so oft nieder, wie Pfennige zu multiplizieren vorhanden sind.“ 

(Übersetzung nach Ries 1574: 8)

Nimm anschließend die Pfennige, die bereits vorhanden waren, weg. Entsprechend verhält es sich bei drei-, vier- oder mehrstelligen Zahlen.

 

 

BEISPIEL: Multipliziere 36 mit 24.

 

Lege die 36 auf dem Abakus auf und merke Dir die 24.

 

 

Greife mit dem Finger auf die Linie mit dem Wert 100, die über den drei Rechenpfennigen auf der Linie mit dem Wert 10 liegt.

Lege die Ziffer des höchsten Stellenwerts, in unserem Fall die 2, der gemerkten Zahl (24) genau so oft auf, wie Pfennige auf der Linie mit dem Wert 10 liegen.

Sprich: 3 mal 2 ergibt 6. Lege 6 Pfennige nieder.

Greife mit dem Finger auf die Linie mit dem Wert 10 herab, wo die 3 Rechenpfennige liegen. Sprich: 3 mal 4 ist 12.

Lege 12 Pfennige nieder und nimm die 3 bereits vorhandenen Pfennige weg.

 

 

Wenn aber ein Pfennig im Spacium – bei uns im Spacium mit dem Wert 5 – liegt, so fange an der nächsten, darüberliegenden Linie an, hinaufzuzählen. Die direkt über dem Spacium befindliche Linie ist Linie Nummer 1, die übernächste Linie Nummer 2. Lege auf der obersten – der zweiten – Linie, die Hälfte der Ziffer mit dem höchsten Stellenwert nieder.

Sprich: Die Hälfte von 2 ergibt 1. Lege einen Pfennig nieder.

 

Greife auf die Linie darunter, die Linie mit dem Wert 10. Sprich: die Hälfte von 4 ergibt 2. Lege 2 nieder und hebe den Rechenpfennig auf.

 

 

Bleibt noch ein Pfennig, den es zu multiplizieren gilt. Greife auf die zweite Linie von unten mit dem Wert 10. Dorthin lege 1 mal 2 ist 2 Pfennige. Danach greife auf die unterste Linie und lege dort 1 mal 4 Pfennige nieder. Hebe den bereits vorhandenen Rechenpfennig auf.

 

Führe die Elevation durch.

 

 

Das Ergebnis lautet 864.