ADAM RIES

           

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  Biographie    

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  Von den Linien

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  Die Mathematik des Adam Ries

 

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  Von den Linien

 

 

Für die „Rechenung auff der linihen“ benutzte man zur Zeit des Adam Ries den so genannten Abakus. Diesen gab es in mehreren Ausführungen, entweder für Geschäftsleute als festintegrierte Platte im Tisch, oder tragbar für unterwegs als Tuch oder kleines Brett. Noch sind die uns heute geläufigen arabischen Ziffern wenig gebräuchlich. Man rechnet und schreibt immer noch mit römischen Zahlen.

 

Ein Abakus bestand meist aus mindestens vier waagrechten angeordneten Linien, daher auch die Bezeichnung „Rechenung auff der linihen“. Adam Ries beschreibt in seinem ersten Rechenbuch den Aufbau folgendermaßen:

 

„Nun sollst Du wissen, dass die unterste Linie 1 bedeutet, die darüberliegende [Linie] 10, die dritte [Linie] 100, und die vierte [Linie] 1000. Also hat die nächste [Linie] darüber immer den zehnfachen Wert als die Linie darunter. Und jedes Spacium, das ist [der Zwischenraum] zwischen zwei Linien, hat den halben Wert als die darüberliegende Linie. Wenn zum Beispiel die zweite Linie den Wert 10 hat, so bedeutet der Zwischenraum, das Spacium, darunter 5, wie folgende Figur hier ausweist“:

(Übersetzung nach Deschauer 1992: 84-85)

 

Die Linie der Zahl 1000 wird darüber hinaus stets mit einem liegenden Kreuz gekennzeichnet. Zum Rechnen auf dem Abakus werden Rechenpfennige verwendet.

 

Die Reihen werden durch senkrechte Linien unterbrochen, den so genannten „bankir“ - Linien, die zur optischen Abtrennung der einzelnen Zahlen dienen. Wie viele „bankire“, also Spalten, anzulegen sind, hängt von der Anzahl der Zahlen und der Münzarten ab, die zu addieren oder subtrahieren sind. Für jede Zahl kann also ein eigenes Fach angelegt werden. Diese „bankir“ - Linien müssen nicht unbedingt angelegt werden, es reicht völlig aus, wenn der Rechner sie gedanklich berücksichtigt.

 

 

Theoretische Erläuterung und praktische Beispiele:

 Addieren oder Summieren           Subtrahieren           Multiplizieren           Dividieren

 

 

 

 

Aus dem Rechnen mit dem Rechenbrett entwickelte sich im Laufe der Zeit das Rechnen „mit der Feder“, also das noch heute übliche Rechnen mit arabischen Ziffern. Die Verwendung des Abakus wurde somit mehr und mehr aus dem alltäglichen Leben verdrängt.

Aber in einigen Ländern wie beispielsweise Russland und im asiatischen Raum wird meist noch immer unter Zuhilfenahme des Abakus gerechnet.