Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) hat am 10. November getagt und hat ein forschungspolitisches Gespräch mit dem Präsidenten des Europäischen Forschungsrates (ERC) Prof. Dr. Jean-Pierre Bourguignon geführt, die Fortführung des Professorinnenprogramms und die weitere Unterstützung der  Deutschen Akademie der Technikwissenschaften beschlossen.

Forschungspolitisches Gespräch mit dem Präsidenten des Europäischen Forschungsrates Prof. Dr. Jean-Pierre Bourguignon

Übereinstimmung gab es zur hohen Bedeutung des ERC als exzellentem Förderinstrument für die europäische Forschungsförderlandschaft und für die internationale Strahlkraft Europas. Gelobt wurde der Erfolg bei der Einwerbung von Fördermitteln des Europäischen Forschungsrates seitens der deutschen Wissenschaft. Ebenso wurden Schwierigkeiten bennnt, wie die, dass hochqualifizierte Wissenschaftler/innen durch niedrige Bewilligungsquoten abgehalten werden, sich an den Programmen des ERC zu beteiligen, oder die möglichen negativen Auswirkungen des Brexit auf die europäische Forschungslandschaft.

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dpa

„Der anhaltend große Erfolg von Forschenden in Deutschland bei der Einwerbung von ERC-Förderungen belegt die globale Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Wissenschaftssystems", sagte Prof. Dr. Eva Quante-Brandt, GWK-Vorsitzende und Bremer Wissenschafts- und Gesundheitssenatorin. „Impulse des ERC zur Verbesserung des relativ niedrigen Frauenanteils an den ERC-geförderten Forschenden in Deutschland nimmt die GWK mit großem Interesse auf", so die GWK-Vorsitzende weiter.

Gegenstand war auch das neue EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation, das ab dem Jahr 2021 starten soll. Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung und stellvertretende Vorsitzende der GWK sagte: „Deutschland setzt sich weiterhin mit allem Nachdruck für ein exzellenzorientiertes Rahmenprogramm zur Stärkung der Forschungs- und Innovationskraft Europas ein. Der ERC als Exzellenzförderung muss daher auch in Zukunft ein zentrales Instrument der europäischen Forschungsförderung bleiben. Die Grundlagenforschung sollte neben dem ERC aber auch durch kleine und mittlere Verbundprojekte gefördert werden, insbesondere in den Zukunftstechnologien.“
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GWK beschließt Fortführung des Professorinnenprogramms

Ferner hat die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) die Fortführung des Professorinnenprogramms bis 2022 beschlossen. Das Professorinnenprogramm ist ein zentrales Instrument von Bund und Ländern, um die Gleichstellung von Frauen und Männern in Hochschulen, im Wissenschaftsbereich zu fördern und die Repräsentanz von Frauen auf allen Qualifikationsstufen im Wissenschaftssystem nachhaltig zu verbessern.

In der Programmphase 2018-2022 werden Bund und Länder für das Professorinnenprogramm insgesamt 200 Millionen Euro zur Verfügung stellen.

Die Vorsitzende der GWK, die Bremer Wissenschaftssenatorin Prof. Dr. Eva Quante-Brandt, erklärt dazu: „Das Professorinnenprogramm ist ein wirksames Instrument, um den Anteil der Professorinnen an den Hochschulen zu erhöhen. Es stärkt dabei auch die Strukturen für die hochschulinterne Gleichstellung. Die Chancengerechtigkeit im Wissenschaftssystem wird dadurch nachhaltig verbessert. Mit der Förderung einer vierten Professur bei entsprechend guten Gleichstellungskonzepten geben wir den Hochschulen deutliche Anreize, auch die Förderung von jungen Wissenschaftlerinnen, die sich erst auf dem Weg zur Professur befinden, voranzutreiben.“

„Das Professorinnenprogramm wirkt. Es hat den Anteil von Professorinnen in der Wissenschaft deutlich erhöht und zu einem Kulturwandel für mehr Gleichstellung an den Hochschulen beigetragen. Das Programm stärkt nicht nur die Attraktivität der wissenschaftlichen Karriere für Frauen, sondern auch den Qualitätsanspruch des Wissenschaftsstandorts Deutschland. Das neue Top-ten-Format ‚Gleichstellung: ausgezeichnet!‘ wird zusätzliche Signalwirkung entfalten. Chancengerechtigkeit etabliert sich nicht von selbst, wir müssen weiter aktiv daran arbeiten. Die guten Entwicklungen der letzten Jahre zeigen, dass es sich lohnt“, sagt die stellvertretende Vorsitzende der GWK, Bundesforschungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka.
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GWK unterstützt strategische Entwicklung der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften

Bund und Länder fördern seit 2008 gemeinsam die Deutsche Akademie der Technikwissenschaften, kurz "acatech". Heute hat die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz von Bund und Ländern (GWK) entschieden, ab dem nächsten Jahr ihre gemeinsame finanzielle Förderung von 2,5 Millionen Euro jährlich auf 3,75 Millionen Euro zu erhöhen, um die weitere strategische Entwicklung der acatech noch intensiver zu unterstützen.

Acatech berät Politik und Gesellschaft in technik- und innovationspolitischen Fragen und wirkt mit der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina und den in der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften zusammengeschlossenen Länderakademien bei der Erfüllung der Aufgaben einer Nationalakademie zusammen. Acatech finanziert sich über die staatliche institutionelle Förderung hinaus durch öffentliche Projektförderung und aus Mitteln der Privatwirtschaft.
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Quelle GWK: http://www.gwk-bonn.de

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