Am 6. Mai dieses Jahres luden die drei großen deutschen mathematischen bzw. mathematikdidaktischen Fachgesellschaften Deutsche Mathematiker-Vereinigung (DMV), Gesellschaft für Didaktik der Mathematik (GDM) und der Verband zur Förderung des MINT-Unterrichts (MNU) zum Pressegespräch ein.
Grund dafür waren die von einer gemeinsamen Kommission von DMV, GDM und MNU verabschiedeten Handlungsempfehlungen für einen leichteren Übergang von der Schule an die Hochschule.
Der aus 19 Handlungsempfehlungen bestehende Maßnahmekatalog wurde im Sekretariat der Kultusministerkonferenz (KMK) in Berlin den anwesenden Medien- und Pressevertreterinnen und -vertretern vorgestellt und anschließend dem Generalsekretär der Kultusministerkonferenz, Udo Michalik, (CDU), übergeben. Als Vertreter der Fachgesellschaften waren Prof. Dr. Wolfram Koepf, Vorsitzender der Mathematik‐Kommission Übergang Schule‐Hochschule, Prof. Dr. Friedrich Götze, DMV-Präsident, Prof. Dr. Andreas Eichler, 1. Vorsitzender der GDM und Gerwald Heckmann, Vorsitzender des MNU anwesend.

pg3Die Vertreter der Verbände und der Generalsekretär der KMK; v.l.n.r.: Gerwald Heckmann (MNU), Andreas Eichler (GDM), Friedrich Götze (DMV), Udo Michalik, Torsten Heil (beide KMK)

(Foto: Charles Yunck Photography)

Die Maßnahmen sehen unter anderem eine deutschlandweite zentrale Abiturprüfung im Fach Mathematik, eine Erhöhung der Wochenstunden im Fach Mathematik auf mindestens vier, einen Ausbau studienrichtungsspezifischer Vorkurse (sog. Brückenkurse), sowie regelmäßige Fort- und Weiterbildungen sowohl für schulische, als auch für universitäre Lehrkräfte vor. Die Finanzierung dieser Fort- und Weiterbildungen, sowie weiterer Angebote an Schulen und Hochschulen seien durch Bund und Länder sicherzustellen.

pg1DMV-Präsident Götze im Interview

(Foto: Charles Yunck Photography)

„Mit Sorge beobachtet die DMV, dass ein großer Teil der Studierenden ohne ausreichende mathematische Fähigkeiten und Fertigkeiten ein Studium aufnimmt. Sie haben deshalb – trotz aller Anstrengungen – größte Schwierigkeiten, die ersten zwei Semester eines wirtschafts-, ingenieur- oder naturwissenschaftlichen Studiums zu bewältigen. Die an den Universitäten und Hochschulen eingerichteten Brücken- und Vorkurse, Wiederholungs- und Übungsmöglichkeiten können das Defizit nicht mehr ausgleichen. [...] Die DMV fordert daher verbindliche und ausreichende Standards und deren bundesweite Einhaltung für ein mathematisches Grundwissen und  -können als Voraussetzung für die Aufnahme eines Studiums. Es braucht eine gemeinsame Anstrengung aller, es braucht einen fachlichen Austausch zwischen Schule und Hochschule – und es braucht Mut zur Veränderung!“- So DMV-Präsident Götze in einer Verlautbarung zu den Handlungsempfehlungen.

PG4die anwesenden Vertreterinnen und Vertreter der Presse

(Foto: Charles Yunck Photography)

Im Anschluss an das Pressegespräch zogen sich die Verbandsvertreter und der Generalsekretär der KMK zu internen Beratungsgesprächen zurück.

LINKS:

DMV-Presseinformation zum Pressegespräch
Homepage der gemeinsamen Kommission von DMV, GDM und MNU
Die 19 Handlungsempfehlungen für einen leichteren Übergang von der Schule an die Hochschule
Stellungnahmen der Verbandsvertreter zu den Handlungsempfehlungen