Magnus Goesta Mittag Leffler 1Abbildung 1: Magnus Gösta Mittag LefflerAm 18. März dieses Jahres wäre der schwedische Mathematiker Magnus Gustaf (genannt Gösta) Mittag-Leffler 175 Jahre alt geworden. Mittag-Leffler gilt, neben seinem Studenten Erik Ivar Fredholm, als
einer der bedeutendsten Mathematiker Schwedens und hat wichtige Beiträge zur Funktionentheorie geleistet.

Er war eine der treibenden Kräfte bei der Internationalisierung der Mathematik, die er durch die Gründung des Journals Acta Mathematica wesentlich vorantrieb.

Der Sohn eines Gymnasialdirektors strebte zunächst eine Tätigkeit im Versicherungswesen an, ehe er sich 1865 an der Universität Uppsala, der damals wie heute führenden schwedischen Universität, für Mathematik einschrieb. Nach seinem Studium verbrachte er einige Zeit in Paris und Berlin, wo er unter anderem mit Charles Hermite und Karl Weierstrass zusammenarbeitete. 1876 ging er an die Universität Helsinki und wechselte 1881 an die Universität Stockholm, die vor ihm noch keinen Lehrstuhl für Mathematik hatte.

Sofja Wassiljewna Kowalewskaja 1Abbildung 2: Sofia KowaleskajaGösta Mittag-Leffler gilt als Förderer der Mathematikerin Sofja Kowaleskaja, die sich, auch Dank seiner Unterstützung, an der Universität Stockholms habilitierte und damit zur ersten Universitätsprofessorin für Mathematik wurde (manche Autoren sprechen diesen Titel der über hundert Jahre früher wirkenden Italienerin Maria Gaetana Agnesi zu, die allerdings, anders als Kowaleskaja, nie an ihrer Universität, der päpstlichen Akademie der Wissenschaften in Rom, lehrte).

1882 gründete er in Stockholm das Mathematik-Journal Acta Mathematica, das sich schon früh als eine der renommiertesten mathematischen Fachzeitschriften etablierte und sich von Beginn an als internationales Blatt verstand, das Beiträge französischer, deutscher, russischer und skandinavischer Forscher enthielt. Insbesondere der bedeutende französische Mathematiker Henri Poincaré veröffentlichte bevorzugt in den Acta. 1884 wurde Sofja Kowaleskaja Mitherausgeberin des Journals.

Acta Mathematica 1884 TitelAbbildung 3: Titel der fünften Ausgabe der Acta MathematicaDie Acta Mathematica ist heute eine der prestigeträchtigsten mathematischen Fachzeitschriften und belegt in der Statistik des ISI Web of Knowledge den vierten Platz von 295 betrachteten Journals in der Kategorie Mathematik.

1900 und 1908 hielt Gösta Mittag-Leffler Plenarvorträge auf den internationalen Mathematikerkongressen in Paris und Rom.

1916 vermachte er eine seiner Villen samt Bibliothek der schwedischen Akademie der Wissenschaften. Aus diesem Vermächtnis entstand das Mittag-Leffler-Institut, heute eines der renommiertesten mathematischen Forschungsinstitute Skandinaviens.

Er starb 1927 in Djursholm bei Stockholm.

In seiner Forschung beschäftigte sich Mittag-Leffler hauptsächlich mit Funktionentheorie, der Analysis der komplexen Zahlen. Auf ihn geht unter anderem der Satz von Mittag-Leffler zurück, der besagt, dass es zu einer diskreten, abzählbaren Teilmenge \(P\) der komplexen Zahlen immer eine Funktion gibt, die außerhalb von \(P\) differenzierbar ist, und deren Pole (grob gesprochen die Stellen, an denen der Funktion kein Funktionswert zugeschrieben werden kann) genau die Punkte aus \(P\) sind.