Gerhard Huisken, Direktor des Mathematischen Forschungszentrums Oberwolfach (MFO) und Professor für Mathematik an der Universität Tübingen, wurde für seine herausragenden Verdienste und außergewöhnlichen Beiträge zur Mathematik mit dem Bundesverdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland 1. Klasse ausgezeichnet. 

Die prestigeträchtige nationale Auszeichnung, die vom Bundespräsidenten verliehen wird, würdigt Personen, die sich durch ihre beruflichen Leistungen und ihr bürgerschaftliches Engagement in außergewöhnlicher Weise für das Gemeinwohl eingesetzt haben. Nach einer Nominierung durch die Ministerpräsidentin des Landes Baden-Württemberg begründete der Bundespräsident die Auszeichnung damit, dass Gerhard Huisken sich um die Wissenschaft in Deutschland verdient gemacht und als engagierter Lehrer viele bedeutende Forscher*innen betreut habe.

Die offizielle Preisverleihung fand am Montag, dem 2. Februar 2026, im Rahmen einer feierlichen Zeremonie im Museum auf Schloss Hohentübingen der Universität Tübingen statt. Laudationes hielten Rupert Klein, Professor für Mathematik an der Freien Universität Berlin und Vorsitzender der Gesellschaft für Mathematische Forschung, DMV-Präsident Jürg Kramer sowie Karla Pollmann, Präsidentin der Universität Tübingen. In ihren Ansprachen hoben sie die nachhaltige Bereicherung der Mathematik durch Gerhard Huskens bahnbrechende Forschung sowie sein langjähriges akademisches Engagement und seine Führungsrolle hervor. 

 GerhardHuiskenBundesverdienstkreuzPetra Olschowski (links), Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, überreichte am 2.2.2026 Prof. Gerhard Huisken (Mitte) das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland im Beisein von Frau Prof. Dr. Dr. h.c. (Dōshisha) Karla Pollmann, Rektorin der Universität Tübingen (rechts), auf Schloss Hohentübingen. Foto: Universität Tübingen/Alexander Ries

Die Feier endete mit der Verleihung des Verdienstkreuzes 1. Klasse durch Petra Olschowski, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg. Sie betonte, dass das Ministerium stolz darauf sei, dass Gerhard Huisken trotz zahlreicher Angebote für Professuren im Ausland Baden-Württemberg als Standort für seine wissenschaftliche Arbeit und sein langjähriges Engagement gewählt habe.

Huiskens Forschungsschwerpunkte sind partielle Differentialgleichungen, Differentialgeometrie und deren Anwendungen in der Physik. International bekanntest er u. a. für den Beweis einer Version der Riemannschen Penrose-Ungleichung und für seine grundlegenden Beiträge zur Theorie des mittleren Krümmungsflusses, darunter die nach ihm benannte Huisken-Monotonieformel. Im Jahr 2003 wurde Huisken von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit dem renommierten Leibniz-Preis ausgezeichnet. Er ist Mitglied der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und der Academia Europaea. Außerdem ist er Fellow der American Mathematical Society und Träger der Medaille der Australian Mathematical Society.