Dr. Monika Noack war schon als Schülerin eng mit Mathematik verbunden, nahm damals regelmäßig an der Mathematik- Olympiade teil. Sie blieb der Mathematik treu und erhielt im Jahr 2007 für ihr Engagement seit 1995 für den Känguru- Mathematikwettbewerb das Bundesverdienstkreuz.
Seit 2009 sind Monika Noack und Alexander Unger gemeinsam für die Organisation des Wettbewerbs verantwortlich.
Zum Team gehören tatkräftige Helfer, ohne die die staunenswerte Expansion auf inzwischen weit über 800.000 Teilnehmer nie möglich gewesen wäre. Der Känguru-Wettbewerb ist der inzwischen bekannteste, am weitesten verbreitete und wohl beliebteste Mathematik- Wettbewerb in Deutschland.
Stephanie Schiemann vom DMV- Netzwerkbüro Schule - Hochschule sprach mit den beiden Känguru- Akteuren.

Noack Unger

(Foto: privat)

Wie begann Ihr mathematisches Interesse? Gibt es dazu eine kleine Geschichte aus der Vergangenheit?
MN: Die Mathematik-Olympiaden mit ihrem Drumherum, also den Mathe- AGs, den Mathe- Clubs, Herbst- oder Winterschulen, auch Aufgabentrainingslehrgängen, haben mir insgesamt sehr gefallen. Ich habe mich im Kreis der daranTeilnehmenden sehr wohl gefühlt. Die Vorträge waren interessant, zwar anstrengend, aber doch motivierend.
AU: Mein Interesse für Mathematik begann vergleichsweise spät, obwohl mir das Fach in der Schule immer sehr leicht gefallen ist. An der Mathematik- Olympiade habe ich gern teilgenommen, aber nicht sonderlich erfolgreich. Im Studium bin ich dann richtig entflammt und habe mich schnell in der Leipziger Schülergesellschaft für die Förderung begabter und vor allem interessierter Schülerinnen und Schüler engagiert.

Sie haben beide Mathematik studiert. Was hat Sie an der Mathematik besondersfasziniert?
Das Beglückende an der Mathematik ist, dass sich besser als in den meisten anderen Wissenschaften entscheiden lässt, ob eine Sache wahr oder falsch ist. Man kann es beweisen, muss es nicht "erdiskutieren". Hinzu kommt, dass das Gefühl, nach manchmal sehr langem, erfolglosem Überlegen dann doch eine Lösung für ein Problem gefunden zu haben, unbeschreiblich schön ist. Und das gilt eben nicht nur bei den großen mathematischen Würfen, die nur ganz wenigen Ausnahmemathematikern gelingen, sondern schon beim erfolgreichen Bewältigen kleiner Teilaufgaben oder auch beim "Knacken" einer Känguru-Wettbewerbsaufgabe.
Und selbstverständlich ist die Tatsache, dass ohne Mathematik nahezu gar nichts laufen würde, kein Auto, kein Flugzeug, keine Stahlschmelze, kein Fernsehen, kein Computer usw. hinreichender Grund, sich nicht nur dafür zu interessieren, sondern eben wirklich fasziniert zu sein.

... Mathematik unverzichtbar ist.                         Monika Noack
Alexander Unger


Ihr besonderes Engagement widmen Sie dem Känguru- Wettbewerb. Bitte erzählen Sie mir ein wenig über seine Entstehungsgeschichte.

Die Idee, mit einem Multiple- Choice- Wettbewerb mit spritzigen Aufgaben zur Popularisierung der Mathematik beizutragen, kommt aus Australien. Sie wurde dann in Frankreich unter dem Namen Känguru- Wettbewerb ab Anfang der 1990er Jahre zu großem Glanz gebracht. Unter denen, die sich international und national für die Mathematik- Olympiaden als ein Instrument der Begabtenförderung einsetzen, fanden und finden sich überall Interessenten dafür, sich nicht allein um die mathematisch besonders Interessierten zu kümmern. Sie engagieren sich dafür, Mathematik für möglichst viele aufzuschließen, ihnen zu zeigen, wie viel Spaß es machen kann zu knobeln, kleine mathematische Nüsse zu knacken. Zur "Känguru-Familie" gehören inzwischen knapp über 50 Länder.

Jahr für Jahr steigen die Zahlen. Wie schaffen Sie es so viele Schülerinnen und Schüler zum Mitmachen zu bewegen?
Weil wir unser Vergnügen an der Mathematik weitergeben möchten und dabei diesen Wettbewerb als ein Mittel zu diesem Zweck entdeckt haben. Weil wir davon überzeugt sind, dass eine gute mathematische Bildung, bei der es nicht nur um das Beherrschen von Rechentechniken geht, eine wohl unverzichtbare Voraussetzung dafür ist, sich in der Welt wirklich zurechtzufinden. Wir versuchen mit den Känguru- Aufgaben auf dem entsprechenden Schulniveau, die Freude an der Mathematik, die wir selbst besitzen, zu transportieren und die Vielfalt mathematischer Fragestellungen im Erfahrungsbereich der Teilnehmer aufzuzeigen. Einmal erfuhren wir von einem Lehrer die Schülerreaktion: "Sind Sie sicher, dass das Mathematik ist? Das macht ja Spaß!" Es stimmt, die Zahlen sind in Deutschland atemberaubend gestiegen, von 184 Teilnehmern im Jahr 1995 auf weit über 800.000 Teilnehmer.

Was passiert hinter den Kulissen?
Jede Menge Arbeit. Dazu gehört viel Kreatives wie die Erarbeitung der Aufgaben, das Finden und Gestalten der "Preise für alle" oder das Lösen der logistischen Probleme, aber auch viel Kärrnerarbeit, wozu der Versand der Aufgaben an alle Teilnehmerschulen in äußerst kurzer Zeit und der Versand der Urkunden und Preise nach Abschluss des Wettbewerbs gehören.

Abschließend haben Sie das Wort. Was möchten Sie uns noch mitteilen?
Am 17. März ist Känguru- Tag!

www.mathe-kaenguru.de