In seinem Beitrag „Mit Mathe schneller zur Arznei“ beschreibt Julian Mangott ein Reaktionsnetzwerk, mit dem sich Zellprozesse simulieren lassen. Auf diese Weise können beispielsweise neue Arzneien gegen Krebs entwickelt werden. Im Kern geht es dabei um die Berechnung von Wahrscheinlichkeiten. Doch dabei erreichen Rechenaufwand und Speicherbedarf rasch exorbitante Dimensionen – ein Problem, das Mangott mithilfe der „dynamischen Niedrigrangapproximation“ löste. Dabei werden redundante Informationen, die die Wahrscheinlichkeitsverteilung kaum beeinflussen, außer Acht gelassen. Dank dieses Tricks lässt sich die Kombination verschiedener Wirkstoffe selbst auf einem Laptop berechnen.

Julian Mangott studierte Physik an der Technischen Universität Wien und promovierte an der Universität Innsbruck zum Thema „Dynamical Low-Rank Methods for Stochastic Reaction Networks“. Parallel dazu absolvierte er am Tiroler Landeskonservatorium das Konzertfachstudium Orgel. Derzeit forscht er als Postdoktorand am Institut für Mathematik der Universität Innsbruck an numerischen Lösungsmethoden für hochdimensionale Problemstellungen in der Biochemie und Plasmaphysik.
Für den diesjährigen Wettbewerb reichten rund 250 Promovierte Beiträge über ihre Doktorarbeit ein – als Artikel oder Infografik. Die Beiträge durchliefen ein dreistufiges Juryverfahren und wurden von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Medienschaffenden begutachtet. Die Ausgezeichneten erhalten jeweils 7.500 Euro Preisgeld. Kurzzusammenfassungen der prämierten Beiträge und die Lebensläufe der Preistragenden finden Sie hier als pdf. Das KlarText-Magazin mit diesen Beiträgen erscheint ab dem 22. Oktober 2026 und ist auf der Webseite des KlarText-Preises kostenfrei als Druckausgabe oder Download erhältlich.



