mathematik ist wunderschoenHeinz Klaus Strick

Springer; Auflage: 1. Aufl. 2018 (22. Januar 2018), 292 Seiten, 24,99 €
ISBN-10: 3662558300
ISBN-13: 978-3662558300

Schon längere Zeit habe ich nicht ein solch begeisterndes Buch über Mathematik in Händen gehalten! War schon der erste Eindruck beim flüchtigen Blättern allein auf Grund des ästhetischen Layouts sehr anregend, so verstärkte sich diese Einschätzung beim ausführlichen Studieren dieses Werkes.

Der Autor stellt in zwölf voneinander unabhängigen Kapiteln Fragestellungen aus den Bereichen Geometrie, Arithmetik und Stochastik vor. Abbildungen veranschaulichen nicht nur die geometrischen Teile, auch die arithmetischen und stochastischen Aussagen werden wunderbar grafisch aufbereitet.

Sechs Kapitel befassen sich mit geometrischen Themen: Dabei geht es einmal um Parkettierungen, u. a. solche mit Formen wie Polyiamonds und Polyhexes. Das Kapitel mit dem Titel „Kürzeste Wege“ führt vom FERMAT-Punkt im Dreieck über minimale Wegenetze zu STEINER-Netzen. Viele Variationen zum Thema „Goldener Schnitt“ sowie ausführliche Untersuchungen platonischer und anderer regelmäßiger Körper sind Inhalt zweier weiterer Abschnitte. Mit wunderbaren Grafiken werden auch „Monsterkurven“ und weitere Fraktale vorgestellt – an diesen wird auch der erweiterte Dimensionsbegriff erklärt.

Das zur Arithmetik gehörende erste Kapitel des Buches behandelt das Hebelgesetz. Wie Strick hier die Mathematik mit Hilfe von Mobiles augenfällig herleitet, ist bewundernswert. Das gilt auch für das zweite Kapitel, das im Umfeld der harmonischen Reihe ausgehend von zu stapelnden Bausteinen hin zum Paradoxon von „Torricellis Trompete“ führt (die bei endlichem Volumen eine unendlich große Oberfläche besitzt). Die Kapitel über periodische, nicht-periodische und – vor allem – ägyptische Brüche stellen sehr elementare Mathematik dar und bieten eine reiche Sammlung an Anregungen und Aufgaben.

Die restlichen beiden Kapitel stammen aus der Stochastik, dem Gebiet, auf dem Strick jahrzehntelang Lehrbücher und didaktische Arbeiten veröffentlicht hat. Zum einen stellt er nicht-transitive Zufallsgeräte vor (Würfel von Efron u. a.) und diskutiert diese sehr ausführlich. Im allerletzten Kapital kommt er schließlich auf „Gesetzmäßigkeiten des Zufalls“ zurück und fasst hier zusammen, was er ausführlich und für den „normalen“ Oberstufenunterricht aufbereitet schon vor 40 Jahren in dem Schulbuch „Einführung in die beurteilende Statistik“ veröffentlicht hat. (Und was meinen und meiner Kollegen Stochastikunterricht jahrelang befördert hat!)

Alle Kapitel enthalten ausführliche „Anregungen zum Nachdenken und für eigene Untersuchungen“. Antworten und Lösungen dazu kann man auf der Internet-Seite des Verlags finden. Auch die sonst üblichen Literaturhinweise werden von Strick stark auf digitale Medien konzentriert: am Ende jedes Kapitels nennt er die Stichwörter, unter denen man bei Wikipedia und bei Wolfram Mathworld fachliche Informationen suchen kann. Außerdem gibt es noch spezielle Internet-Verweise.

Zusammenfassend kann ich nur sagen: uneingeschränkt empfehlenswert – für jeden, der sich hobbymäßig oder professionell mit Mathematik beschäftigen will oder muss. Besonders geeignet für Schüler, die sich auf Wettbewerbe vorbereiten wollen, für Lehramtsstudenten und Lehrer an Schulen und Hochschulen, die spannende Themen für Referate und Präsentationen suchen.

Noch ein Hinweis – von Strick sind zwei weitere Bücher ganz ähnlicher Machart erschienen: „Mathematik ist schön“ (in der zweiten Auflage, Sommer 2019) und „Mathematik ist wunderwunderschön“ (erschienen Februar 2019).

Rezension: Hartmut Weber (Kassel)