Mensch. Macht. Maschine. 17 Wege zu ethischer Führung im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz

Mensch. Macht. Maschine. 17 Wege zu ethischer Führung im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz

mensch macht maschine

Hugo Hoffmann, Sebastian Rosengrün

Haufe; 16. Februar 2026; 1. Auflage 2026; 148 Seiten; 29,99 €

ISBN-10: ‎3648196200
ISBN-13: ‎978-3648196205

Der Titel des Buches verleitete mich, die Rezension zu übernehmen, den Untertitel hatte ich für nicht so wichtig erachtet. Das allerdings war ein Fehler, denn in diesem Buch geht es nur um die 17 Wege zu ethischer Führung in Unternehmen ­– die Beziehungen zwischen Mensch, Macht und Maschine werden auch nicht ansatz­weise diskutiert. Ich hatte erwartet, dass die Probleme einer möglicherweise unkontrollierbar werdenden Technik angesprochen werden und auch, dass die gesellschaftlichen Veränderungen thematisiert werden, die im Zusammen­hang mit KI-gesteuerten Entscheidungen einhergehen können. (In den Tagen, in denen ich dies schreibe, berichten gerade viele Medien, dass eine KI sich unkontrolliert selbständig gemacht hat.)

Aber hier geht es fast ausschließlich nur um die betriebswirtschaftliche Sichtweise. Und da frage ich mich, warum Autoren oder Verlag es für wichtig erachten, dass eine Rezension dieses Buches auf der Website der Deutschen Mathematiker Vereinigung veröffentlicht wird.

Die Autoren sind beide Gründer und Leiter von KI-Startups in Zürich (Technopark) bzw. Berlin (AI Impact Lab) und haben Publikationen und Vorträge zu den Themen KI und Ethik erstellt und „praxisnahe Lö­sungen für eine werteorientierte und zukunftssichere KI-Integration in Unternehmen“ erstellt.

In 17 Kapiteln werden Vorschläge gemacht, wie Führungskräfte die KI in ihre Arbeitsbereiche ein­führen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Arbeit mit KI begleiten und fördern sollen. In der Ein­leitung kündigen die Autoren an: „Viele Kapitel eignen sich übrigens auch als hervorragend als Impuls für Workshops, Team-Retreats oder Führungskräftetrainungs.“

Meiner Ansicht nach – ich war Mathematik-Lehrer, habe auch Lehraufträge an der Universität und etliche Fortbildungsveranstaltungen durchgeführt – sind viele Beispiele hilfreich für wertschätzende Personal­führung in Forschung, Lehre und Unternehmen. So schätze ich beispielsweise auch die „11 Empfehlungen für erfolgreiches Beziehungsmanagement“ als förderlich für eine Unternehmensphilo­sophie. Viele der Vorschläge sind allerdings unabhängig von KI sinnvoll, wie etwa schon Kapitelüberschriften wie „Führe nicht nur mit Fachkompetenz – sondern mit Weltwissen, Charakter und Neugier!“ oder „Lerne aus Fehlern. Verantwortungsvoll und produktiv“ erahnen lassen.

Im Abschnitt „Lass dein Entwicklungspotential nicht beschränken“ werden grundsätzliche Eigenschaften einer KI erörtert, u. a. dass das maschinelle Lernen nur auf vergangenem Wissen aufbaut. Daher sollten bei Managern – so folgern die Autoren – „zumindest Dinge wie Hinterfragen, Einordnen und Abwägen in ihrem Kopf bleiben und statt­finden“. Auch das sind, wie ich meine, Eigenschaften und Fähigkeiten, die nicht nur im Zusammenhang mit KI bei der Führung von Menschen wichtig sind.

Nach den 17 Kapiteln auf 120 Seiten werden die „Tools und Empfehlungen für KI-Leader“ in einem 10-seitigen Tabellen-Anhang rezeptartig wie in einem Kochbuch zusammengestellt. Auch hier stellen z. B. die fünf vorgeschlagenen „Empfehlungen zur Vertrauensbildung“ gegenüber Mitarbeitern völlig unabhängig von KI sicher sinnvolle Anregungen dar.

Summa summarum sind viele der 17 Wege zu ethischer Führung nicht nur im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz von Wichtigkeit, sondern überhaupt im Rahmen moderner Unternehmenskultur.

Ein Literatur- und ein Stichwortverzeichnis beenden das Taschenbuch.

Rezension: Hartmut Weber (Kassel)