Andreas Habel VersicherungDas Denken in Zahlen bereitete ihm schon in der Schule Vergnügen. Dabei war es insbesondere die Klarheit der Mathematik, die das Fach für ihn attraktiv machte: „Entweder man hat es verstanden oder man hat es nicht verstanden, entweder das Ergebnis ist richtig oder falsch. Diese Eindeutigkeit der Mathematik hat mir gefallen", sagt Andreas Habel. Deshalb war es für ihn nach dem Abitur auch gar keine Frage, dass das Studium mit Mathematik zu tun haben sollte. Allerdings wusste er damals schon, dass er nicht nur im stillen Kämmerlein mit Zahlen jonglieren wollte, seine Arbeit mit Zahlen sollte einen handfesten Zusammenhang und eine nützliche Anwendung haben. „Ich dachte mir, dass zusätzlich zur Mathematik betriebswirtschaftliches Wissen und auch Informatik nicht schaden können", sagt der heutige Versicherungsmathematiker. Deshalb entschied er sich für den Studiengang Wirtschaftsmathematik, den er an der Universität Ulm abgeschlossen hat. Dass er heute als Mathematiker in der Versicherungsbranche arbeitet, ist dagegen eher dem Zufall geschuldet. An seiner ersten Arbeitsstelle hat er Software für Versicherungen programmiert, außerdem bot sich die Gelegenheit berufsbegleitend die Ausbildung zum Aktuar, zum Finanz- und Versicherungsmathematiker zu machen.

Weil Andreas Habel damals viel Freizeit für diese Zusatzausbildung opfern musste, empfiehlt er allen, die sich für diesen Beruf interessieren, lieber gleich eine Universität auszuwählen, die die Ausbildung zum Aktuar mit abdeckt. Für ihn hat sich der Aufwand dennoch gelohnt. Andreas Habel ist heute als Projektleiter im Bereich Produktmanagement bei einem großen Versicherungsunternehmen tätig. Er konzipiert neue Versicherungsprodukte - von der Idee bis hin zur Software und den Formularen, mit denen der Versicherungsvertreter beim Kunden an die Tür klopft. Und diese vielseitige Aufgabe, findet er, ist genau das Richtige für ihn. Er muss zwar auch Berechnungen anstellen: zum Beispiel die Risiken für die Versicherung und die Prämien berechnen, die Versicherungskunden erhalten. Aber viel mehr als auf mathematische Formeln kommt es in seinem Aufgabenbereich darauf an, wie man an Fragestellungen herangeht. Auch das hat ihn die Mathematik gelehrt: „Als Mathematiker lernt man, sehr strukturiert zu denken und logisch an die Lösung von Problemen heranzugehen. Daher können wir mit komplexen Fragestellungen sehr gut umgehen. Das kommt mir bei der Konzeption von Versicherungsprodukten zugute."