Tatjana Ruf ist Mathemacherin der Monate Juli, August und September 2026

Tatjana Ruf ist Mathemacherin der Monate Juli, August und September 2026

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Quelle: Katrin Schmid

Tatjana Ruf hat Medien und Kommunikation an der Hochschule Offenburg studiert und anschließend an der Pädagogischen Hochschule Freiburg im Fachbereich Bildungswissenschaften promoviert. Seit 2014 ist sie Assistentin des wissenschaftlichen Administrators und unter anderem für die Öffentlichkeitsarbeit des Mathematischen Forschungsinstituts in Oberwolfach (MFO) zuständig.

Liebe Frau Ruf, wie haben Sie den Mathematikunterricht damals an der Schule empfunden?

Mathematik habe ich immer sehr gerne gemacht. Mir gefiel, dass ein Ergebnis entweder richtig oder falsch sein konnte und es dafür eine einleuchtende Begründung gab. Als vor der zwölften Klasse die Wahl der Leistungskurse fürs Abitur anstand, war für mich deshalb schnell klar, dass Mathematik dabei sein sollte.

Auch im Studium hat mich die Mathematik noch ein Stück weit begleitet. In den ersten beiden Semestern des grundständigen Studiengangs waren mathematische Grundlagen für Ingenieure Pflicht. Daneben habe ich Nachhilfe für Oberstufenschülerinnen und -schüler gegeben.

Waren Sie vor dem MFO bei einem anderen Arbeitgeber tätig? Wenn ja, bei welchem und wofür?

Während des Masterstudiums habe ich als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule Offenburg im Bereich Audioproduktion und Sound Design gearbeitet. Danach war ich am Institut für Medien in der Bildung der PH Freiburg angestellt. Dort habe ich unter anderem die Konzeption und Implementierung multimedialer Lernanwendungen für Forschung und Lehre unterstützt und mich um die Medientechnik und die Webseiten des Instituts gekümmert.

Wie hat es Sie dann nach Oberwolfach verschlagen?

Ich komme aus der Gegend – mein Heimatort liegt in einem Nachbartal von Oberwolfach. Aus familiären Gründen wollte ich gerne wieder dahin zurückkehren. Es war ein echter Glücksfall für mich, dass das MFO etwa zeitgleich die Stelle für die Öffentlichkeitsarbeit ausgeschrieben hatte.

 

sie für alle Wissbegierigen spannende Entdeckungen bereithält.

 

 

Was reizt Sie an ihrer Tätigkeit für das MFO und worin besteht Ihre Tätigkeit für die Institutsleitung?

Was ich an meiner Arbeit besonders mag, ist die Vielseitigkeit. Ich habe immer wieder mit unterschiedlichen Menschen und Themen zu tun. Meine Aufgaben lassen sich im Wesentlichen drei Bereichen zuordnen: der klassischen Öffentlichkeitsarbeit, der Mitarbeit an institutseigenen Publikationen und der Wissenschaftskommunikation.

In unserer Öffentlichkeitsarbeit geht es zum Beispiel darum, die mathematische Community, aber auch andere Zielgruppen über die Aktivitäten und Programme des Instituts zu informieren. Dazu gestalte ich Informations- und Werbematerialien, kümmere mich um die Inhalte unserer Webseite und den Newsletter und erstelle die Jahresberichte.

Außerdem bin ich dafür zuständig, dass die Oberwolfach Reports regelmäßig erscheinen, in denen die Ergebnisse unserer einwöchigen Forschungsveranstaltungen zusammengefasst werden.

Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Wissenschaftskommunikation. Das MFO möchte nicht nur Mathematikerinnen und Mathematiker erreichen, sondern auch einer wissenschaftlich interessierten Öffentlichkeit zeigen, wie faszinierend, vielfältig und relevant Mathematik ist. Das ist für mich als Fachfremde natürlich herausfordernd und reizvoll zugleich. Und es ist toll, dass ich dabei selbst so viel Neues über Mathematik lerne.

Die Mathematik ist vielleicht das schwierigste aller MINT-Fächer. Wie kommunizieren Sie Mathematik aus dem MFO heraus?

Das MFO hat schon vor meiner Zeit am Institut zwei sehr schöne Projekte gestartet, die ich heute mitbetreue. Da ist zum einen das MiMa – Museum für Mineralien und Mathematik in Oberwolfach, das wir gemeinsam mit dem lokalen Mineralienverein und der Gemeinde Oberwolfach betreiben. In der Mathematikausstellung zeigen wir mithilfe von interaktiven Installationen und Hands-on Exponaten, welche Verbindungen es zwischen Mathematik und Kristallographie gibt, und geben Einblicke in weitere Bereiche der Mathematik.

Das zweite Projekt sind die Schnappschüsse moderner Mathematik aus Oberwolfach. In dieser Open-Access-Artikelreihe erklären Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Programme in Oberwolfach einen Aspekt ihrer Forschungsarbeit. Dabei werden sie von einem Redaktionsteam unterstützt. Auf diese Weise gelingt es, Themen der aktuellen mathematischen Forschung aufzugreifen und auch für interessierte Nicht-Mathematikerinnen und -Mathematiker zugänglich zu machen.

Welche Kenntnisse, die Sie während Ihres Studiums und Ihrer Promotion erworben haben, helfen Ihnen heute im Arbeitsalltag am meisten?

Im Studium konnte ich sehr vielfältige Erfahrungen mit der Gestaltung und Produktion unterschiedlicher medialer Formate sammeln. Während der Promotion lernte ich, wie man diese Kenntnisse für die Wissensvermittlung nutzen kann. Ich denke, es ist vor allem diese Kombination aus medientechnischem, gestalterischem und mediendidaktischem Wissen, die mir vieles erleichtert. Wir sind ein vergleichsweise kleines Institut – das übersieht man angesichts von fast 3000 Forschungsgästen pro Jahr schnell. Da hilft es sehr, wenn wir kleinere mediale Produktionen, wie zum Beispiel einen Audioguide für das Museum, mit kleinem Budget und wenig Personaleinsatz durch Kompetenzen im Haus umsetzen können.