„Wie, o dies π
Macht ernstlich so vielen viele Müh’,
Lernt immerhin, Jünglinge, leichte Verselein,
Wie so zum Beispiel dies dürfte zu merken sein!“

Von allen mathematischen Konstanten (und davon gibt es viele,) dürfte wohl keine die Menschheit vor größere Rätsel gestellt haben, keine sowohl inner- als auch außermathematisch bekannter und keine intensiver untersucht worden sein als die Kreiszahl π, das Verhältnis zwischen dem Umfang und dem Durchmesser eines Kreises.

pispiDie Kreiszahl π.
(Foto: Eigene Abbildung)

Nicht nur in der Geometrie, sondern in nahezu allen Gebieten der Mathematik und der mathematischen Physik, wie zum Beispiel der Stochastik, der Analysis und der Zahlentheorie ist die Zahl von außerordentlicher Bedeutung. So taucht sie in zahlreichen Formeln auf, darunter natürlich auch in der schönsten, ganze Theoriegebäude sind aus ihrer Untersuchung erwachsen und ihre Dezimalstellung ist auf eine Länge von über 22 Billionen Stellen bekannt.

Es ist deswegen nur folgerichtig, dass diese besondere Zahl auch ihren eigenen Ehrentag bekommt; Und welches Datum scheint da besser zu passen, als der 14. März, der, zumindest in der amerikanischen Notation 3/14, für die ersten drei Dezimalstellen der Kreiszahl steht? An jenem Datum feiern daher Mathematikerinnen und Mathematiker weltweit den internationalen π -Tag.

Zum ersten Mal gefeiert wurde der π -Tag am 14. März 1986 auf eine Initiative des amerikanischen Physikers Larry Shaw vom Wissenschaftsmuseum Exploratorium in San Francisco. Shaw brachte an jenem Tag selbstgebackenen Kuchen (engl. Pie) mit ins Museum, eine Tradition, die sich bis heute im Exploratoirum fortsetzt und weltweit in mathematischen Instituten und vergleichbaren Einrichtungen auf Nachahmung gestoßen ist: Rund um den Globus werden nun am 14. März Kuchen gebacken und gegessen um die Zahl zu würdigen.

Pi pie2Ein Kuchen (Pie) mit der Kreiszahl (Pi)
(Foto: Freie Lizenz)

Um die Bedeutung des Tages für die Mathematik zu unterstreichen, ging die Internationale Mathematische Union (IMU) noch einen Schritt weiter: Der Dachverband hat kürzlich bei der UNESCO den Antrag gestellt, den 14. März offiziell zum internationalen Tag der Mathematik zu erklären. Ziel war es, unter anderem, „in der Öffentlichkeit, der Schule, und bei Entscheidungsträger_innen das Bewusstsein für die Bedeutsamkeit der Mathematik für die Bildung und Erziehung zu stärken“ („Improve understanding among the general public, decision makers and in schools, of the importance of mathematics in education“). Sollte der Antrag angenommen werden, würde sich der fortan internationaler Tag der Mathematik genannte Tag in die Liste weiterer Aktions- und Gedenktage der UNESCO, wie dem Internationalen Tag der Pressefreiheit (3. Mai) und dem Internationalen Tag der Wissenschaft (10. November) einreihen.

Nach wie vor gibt es um die Zahl π offene Fragen; es ist beispielsweise noch nicht geklärt, ob die Zahl eine sogenannte normale Zahl ist, das heißt, ob sich die Nachkommastellen der Zahl wie eine perfekte Zufallsfolge verhalten. Zwar sprechen bislang alle Indizien dafür, es ist allerdings zum Beispiel nicht auszuschließen, dass die Dezimaldarstellung von π ab einer bestimmten Stelle etwa nur noch aus den Ziffern 5 und 6 besteht oder jede dritte Stelle die Ziffer 0 ist.

Apropos Nachkommastellen: Wer sich mehr als nur die ersten paar Nachkommastellen von π merken will, dem sei das eingangs zitierte Gedicht ans Herz gelegt: Die Wortlängen der Wörter entsprechen genau den ersten 24 Stellen der Kreiszahl.

Redaktioneller Hinweis: In der ursprünglichen Fassung des Artikels wurde behauptet, der Antrag der IMU sei bereits erfolgreich gewesen. Dies ist nicht der Fall. Wir haben den Fehler korrigiert.

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