Karen Uhlenbeck ist die diesjährige Abelpreisträgerin. Dies gab die norwegische Akademie der Wissenschaften am Dienstag (19.03.2019) bekannt. Die US-Amerikanerin ist damit die erste Frau, der diese Ehre zuteilwurde. Ausgezeichnet wurde sie „für ihre Pionierleistungen bei geometrischen partiellen Differentialgleichungen, Eichtheorie und integrablen Systemen sowie für die grundlegenden Auswirkungen ihrer Arbeit auf Analysis, Geometrie und mathematische Physik.“

UhlenbeckKaren Uhlenbeck
Bildquelle: Andrea Kane/Institute for Advanced Study

Der erstmals 2003 verliehene Abelpreis gilt neben der Fieldsmedaille als weltweit höchste Auszeichnung für mathematische Forschung. Anders als die Fieldsmedaille wird der nach dem norwegischen Mathematiker Niels Henrik Abel benannte Preis jährlich vergeben und unterliegt keiner Altersbeschränkung. Dadurch kommt er in seinem Modus den Nobelpreisen näher als die oftmals „Nobelpreis der Mathematik“ genannte Fieldsmedaille. Der Preis ist mit 6 Millionen norwegischen Kronen (ca. 700.000 Euro) dotiert.

In ihrer Arbeit beschäftigt sich die 76-jährige mit Differenzialgeometrie und partiellen Differenzialgleichungen. Durch ihre wegweisenden Beiträge zur Yang-Mills-Theorie konnte sie die Existenz von Coulomb-Eichungen in Yang-Mills-Gleichungen beweisen. Dies ist insbesondere bei der mathematischen Formulierung der Quantenelektrodynamik und Quantenchromodynamik von Bedeutung. Des Weiteren schuf sie mit ihren Abschätzungen über (selbst duale) Instanton-Lösungen von Yang-Mills-Gleichungen eine der analytischen Grundlagen der Klassifikation differenzierbarer Strukturen auf vierdimensionalen Mannigfaltigkeiten.

Geboren 1942 in Cleveland, Ohio, USA studierte sie zunächst Physik an der University of Michigan (Ann Arbor, Michigan). Nach ihrem Bachelorabschluss 1964 wechselte sie nach einem kurzen Aufenthalt am Courant Institute of Mathematical Sciences der New York University an die Brandeis University, Waltham, Massachusetts, wo sie 1966 ihren Masterabschluss erlangte und 1968 bei Richard Palais promovierte. Der Titel ihrer Doktorarbeit lautete The Calculus of Variations and Global Analysis. 1968 ging sie als Post-Doktorandin an das renommierte Massachusetts Institute of Technology (Cambridge, Massachusetts). Nach Aufenthalten in Berkeley, Kalifornien und Urbana und Chicago, Illinois, ging sie 1988 an die University of Texas, Austin, an der sie bis heute lehrt und forscht. Zwischenzeitlich hatte sie Gastprofessuren in Harvard, Cambridge, Massachusetts, am Institute of Advanced Studies in Princeton, New Jersey und am Max-Planck-Institut in Bonn inne.

1983 war sie, als zweite Frau nach Emmy Noether, Invited Speaker beim internationalen Mathematikerkongress in Warschau. Von 1987 bis 1990 war sie Vizepräsidentin der American Mathematical Society. 2000 wurde sie mit der National Medal of Science und 2007 mit einem Leroy-P.-Steele-Preis (in der Kategorie seminal contribution in Research) ausgezeichnet. Sie ist Mitglied in zahlreichen wissenschaftlichen Gesellschaften.

Die Deutsche Mathematiker-Vereinigung gratuliert Uhlenbeck herzlich und wünscht ihr für ihre weitere wissenschaftliche Arbeit alles Gute.

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