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Einmal sechs Richtige

einmal sechs richtige

Einmal sechs Richtige
und andere Mathe-Wunder

Albrecht Beutelspacher
Piper Verlag, 2007, 1. Aufl. , 225 Seiten, 19,90 €

ISBN: 3-492-05036-0

Bei diesem Band handelt es sich um 66 Kolumnen, die Albrecht Beutelspacher über die letzten Jahre für die Zeitschrift Bild der Wissenschaft verfasst hat.
Jede dieser Kolumnen hat etwa den Umfang von zwei Seiten und behandelt auf gewohnt kurzweilige Art, die von dem Autor bereits von zahlreichen anderen Publikationen bekannt ist, Themen aus dem täglichen Leben, in welchen der Eine oder Andere vielleicht gar keine Mathematik erwartet hätte.
Beispielsweise wird die Anordnung der Sonnenblumenkerne in einer Blüte auf die Fibonacci-Zahlen zurückgeführt, es wird dargestellt, warum Weihnachtssterne eigentlich immer fünfzackig sind, oder Tipps gegeben, wie man beim Lotto Spielen die Zahlen wählen sollte, um einen eventuellen Gewinn möglichst nicht mit anderen teilen zu müssen.
Neben diesen und vielen anderen kleinen Erörterungen zeigt der Autor auch, wie man unendlich reich werden könnte, ohne dass dabei jemand anderes Geld abgeben müsste, allerdings nur unter den Voraussetzungen, dass es sowohl unendlich viel Geld, als auch unendlich viele Menschen gibt.
Dies mag die meisten nicht unbedingt befriedigen. Wer aber doch ein wenig Interesse daran hat, wie es zumindest theoretisch möglich wäre, dem ist dieses Buch herzlich empfohlen.

Die Musik der Primzahlen

die musik der primzahlen

Die Musik der Primzahlen
Auf den Spuren des größten Rätsels der Mathematik

Marcus du Sautoy
C.H. Beck Verlag, 398 Seiten, 4. Aufl., 23,23 €
Taschenbuch, DTV, 398 Seiten, 15,20 €

ISBN: 3-406-52320-X
ISBN: 3-423-342999-4

Dieses Buch ist ein Bestseller unter den populären Büchern zur Mathematik. Es geht - natürlich - um Primzahlen, doch findet man viel mehr: Primzahlen bilden an vielen Stellen nur den Stichpunktgeber, um die verschiedensten Themen quer durch die (für Laien zugängliche) zeitgenössische Mathematik darzustellen. Auch kommen so gut wie alle bedeutenden Mathematiker der letzten Jahrhunderte vor, sie werden durch die Schilderung ihrer Lebensumstände und durch Anekdoten lebendig.
Das Themenspektrum ist wirklich beeindruckend. Es geht los mit den einfachen Eigenschaften von Primzahlen, den "Atomen" im Reich der Zahlen, bald werden die Zetafunktion und der Stellenwert der Riemannschen Vermutung erläutert, der Zusammenhang zur Kryptographie wird erklärt, ... Quasi zwischendurch kann man etwas über den Gödelschen Unvollständigkeitssatz, das Vierfarbenproblem und viele andere Fragestellungen lernen, die mit Primzahlen zunächst nichts zu tun haben.
Das Buch kann allen empfohlen werden, die schon Grundkenntnisse in Mathematik haben. Insbesondere sollten Mathematikstudenten - ganz besonders die angehenden Lehrerinnen und Lehrer - hineinschauen, denn einen vergleichbaren Überblick findet man nur ganz selten. Auch ohne Vorkenntnisse kann man das Buch mit Gewinn lesen, doch dürfte dann das Wesentliche oft im Dunkeln bleiben.
Der Stil des Autors ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig, denn er ist oft etwas reißerisch. Möchte oder muss man gar wissen, dass es "ein heißer, schwüler Augustmorgen" war, an dem Hilbert seine berühmte Rede auf dem Weltkongress in Paris 1900 gehalten hat (Seite 9)? Und woher weiß Sautoy das? Auch werden häufig blumige Vergleiche bemüht, die man nur als gewagt bezeichnen kann. Was zum Beispiel ist mit dem Satz gemeint, dass sich "mit einer Lösung der Riemannschen Vermutung vielleicht Karten von den riesigen, heute noch im Nebel verborgenen Zahlenmeeren anfertigen lassen" (Seite 30)?
Das ist legitim, wenn es die Aufmerksamkeit der Leser länger wachhält. Keiner sollte jedoch frustriert sein, wenn man bei solchen Vergleichen nicht versteht, was eigentlich genau gemeint ist.

(Rezension: Ehrhard Behrends)

Die Top Ten der schönsten mathematischen Sätze

die top ten der schönsten mathematischen sätze

Die Top Ten der schönsten mathematischen Sätze

Pierre Basieux
Rowohlt Tb, 2000, 153 Seiten, 8,90 €

ISBN: 3499608839

Ein mathematischer Schönheitswettbewerb? Vor einigen Jahren bat die Redaktion der Zeitschrift "The Mathematical Intelligencer" ihre Leser, über die schönsten mathematischen Sätze abzustimmen. Außer von besonders schwierigen oder nützlichen Resultaten sind Mathematiker nämlich stets von eleganten Argumenten, raffinierten Kniffs, unerwarteten Zusammenhängen, eben "schönen" Sätzen fasziniert. Hier erklärt P. Basieux einem breiten Publikum auf allgemeinverständliche Weise einige Sätze aus dieser Hitparade, darunter Klassiker wie Es gibt unendlich viele Primzahlen (fast 2500 Jahre alt) und Newcomer wie Jede ebene Landkarte kann mit höchstens 4 Farben gefärbt werden (25 Jahre alt). Übrigens: Platz 1 der Abstimmung im Mathematical Intelligencer belegte unangefochten die Formel

die top ten der schönsten mathematischen sätze2

zu der Sie auch hier in www.mathematik.de einige Informationen finden können.

(Rezension: Dirk Werner)

Die Welt als Spiel

die welt als spiel

Die Welt als Spiel
Spieltheorie in Gesellschaft, Wirtschaft und Natur

Pierre Basieux
Rowohlt TB, rororo Taschenbücher Nr.62311 2008. 254 S. Paperback, 8,95 €

ISBN 9783499623110

Die Spieltheorie als mathematische Disziplin ist vergleichsweise jung: Sie begann mit Arbeiten von Morgenstern und von Neumann im ersten Drittel des vorigen Jahrhunderts. Diese Theorie wird im Buch von Basieux zwar auch behandelt, doch wird das Thema wesentlich weiter gefasst.

Wenn man die Axiome der Mathematik als „Spielregeln“ interpretiert, ist es legitim, quasi alle Bereiche dieser Wissenschaft unter dem Gesichtspunkt „Spiel“ zu interpretieren. Deswegen können sich potenzielle Leser(innen) darauf einstellen, auch Ausführungen zu Teilbereichen präsentiert zu bekommen, die man unter dieser Buchüberschrift vielleicht nicht erwartet hätte: Wahrscheinlichkeitsrechnung, Finanzmathematik, Philosophie der Mathematik, ...

Das Thema „Spiele“ spielt natürlich die Hauptrolle. Man erfährt, wie man die wichtigsten Aspekte eines Spiels übersichtlich in einer Matrix codieren kann, was ein Gleichgewicht ist, wie man sich optimal beim Roulette und beim Black Jack verhalten sollte und vieles mehr.

Das Buch ist für alle geeignet, die sich einen ersten Überblick über den mathematischen Blickwinkel zum Thema „Spiel“ verschaffen und bei der Gelegenheit noch eine Menge im Umkreis dieses Fragenkreises lernen wollen. Für ergänzende Studien kann das Buch „Glück, Logik und Bluff“ von Jörg Bewersdorff empfohlen werden (GWV, 2001).

Rezension: Ehrhard Behrends, FU Berlin

Die Zahlen der Natur

die zahlen der natur

Die Zahlen der Natur
Mathematik als Fenster zur Welt

Ian Stewart
Spektrum Verlag, 1998, 9,95 €

ISBN: 3827411238

Das Buch "Nature's numbers" wurde 1995 geschrieben, seit einiger Zeit liegt es auch auf Deutsch vor. Ian Stewart - sicher der erfolgreichste Autor populärer Bücher zur Mathematik - behandelt zunächst die Frage, inwieweit man mit Mathematik die Ordnung der Welt besser verstehen kann. Es bleibt aber nicht beim Grundsätzlichen, in sechs weiteren Kapiteln wird an exemplarischen Beispielen gezeigt, wie moderne Mathematik bei der Erklärung einiger Aspekte unserer Umwelt zum Einsatz kommt. Man lernt viel über harmonische Schwingungen, Symmetriebrechungen, woher die Streifen des Tigers kommen, Chaostheorie, Wahrscheinlichkeitsrechnung, ...
Stewart hat ein Buch geschrieben, in dem keine einzige Formel vorkommt. Ihm gelingt aber das Kunststück, auch ohne diese bei Fachleuten sehr beliebten Methode, Aussagen sehr konzentriert darzustellen, das Wesentliche seiner Überlegungen zu vermitteln.
Er ist wirklich ein Formulierungskünstler: Wie könnte man zum Beispiel besser die Tatsache betonen, dass die Welt im Regime der Quantenmechanik durch den Zufall bestimmt ist, als durch

"Es ist nicht so sehr ein Universum, in dem Gott Würfel spielt - eine Vorstellung, die Albert Einstein ablehnte -, sondern es scheint ein Universum zu sein, in dem die Würfel Gott spielen."

Fazit: Es ist ein Buch, das für alle empfehlenswert ist, die einen ersten Eindruck von einigen Aspekten gegenwärtiger Mathematik gewinnen wollen.

(Rezension: Ehrhard Behrends)