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Heureka! / Mathematik zum Frühstück / Die Sphinx

hemme

Heureka! / Mathematik zum Frühstück / Die Sphinx
(Mathematische Rätsel)

Heinrich Hemme
Vandenhoeck & Ruprecht, 2001, je 109 Seiten, je 12.80 EUR

ISBN: Heureka!: 3525407394
ISBN: Mathematik zum Frühstück: 3525407343
ISBN: Die Sphinx: 3525407351

Das Buch "Heureka!" ist das erste einer Reihe (es folgen "Mathematik zum Frühstück" und "Die Sphinx"), in der in bunter Zusammenstellung Aufgaben mit primär mathematischem und teilweise auch naturwissenschaftlichem Hintergrund präsentiert werden. mathe zum frühstückZu den Aufgaben sind ausführlich beschriebene Lösungswege in einem gesonderten Kapitel "Erste Lösungen" zusammengefasst.
Teilweise sind bei diesen beschriebenen Lösungen weitere im Zusammenhang stehende Folgeaufgaben formuliert, deren Lösungswege im Kapitel "Zweite Lösungen" beschrieben sind. Aus dem gleichen Grunde gibt es auch ein Kapitel "Dritte Lösungen".
In der Einleitung zu diesem Buch steht (Zitat):

"Die Aufgaben haben verschiedene Schwierigkeitsgrade. Manche sind einfache Scherze, für die nicht das geringste Mathematikwissen nötig ist, andere verlangen Grundkenntnisse der Algebra und vor allem der Geometrie. Aber keine Sorge, ein Mathematikstudium ist in keinem Fall erforderlich. ..."

die sphinxLeider ist in dieser Einleitung die Zielgruppe nicht erwähnt. Obwohl es die zitierte Passage aus der Einleitung suggeriert, ist das Buch keine Sammlung von Knobelaufgaben, an denen sich jeder versuchen sollte. Da wird sich schnell Frust einstellen. Insbesondere erscheint die Reihenfolge der Aufgaben rein zufällig und ohne Absicht eines Ansteigens des Schwierigkeitsgrads gewählt zu sein. Die beschworenen geringen Mathematikkenntnisse dürften in vielen Fällen nicht zur selbständigen Lösung der Aufgaben ausreichen, zum Verstehen der beschriebenen Lösungswege sollten sie allerdings genügen.

(Rezension: Wolfgang Volk)

Mathe voll gefährlich

mathe voll gefährlich

Mathe voll gefährlich
24 abenteuerliche Rätsel für junge Mathematiker

Sean Connolly
h.f.ullmann publishing (15. März 2013). 242 S., 9,99 €

ISBN-10: 3848003775
ISBN-13: 978-3848003778

Dieses gut gemachte Buch enthält 24 Knobelaufgaben, an denen sich junge Freundinnen und Freunde der Mathematik (ab 10 Jahren) versuchen können. Die Aufgaben sind in atemberaubende und lebensbedrohliche Geschichten eingekleidet, zum Beispiel: „Jetzt gibt es kein Zurück mehr: Du bist mit zwei anderen CIA-Agenten per Fallschirm auf einem Schneefeld hoch oben im Himalaja abgesprungen.“ Oder: „Es ist das Jahr 1714. Du wachst auf in einem dunklen spanischen Gefängnis und merkst, dass du mit Seilen auf einem Tisch festgebunden bist.“

Und dann wird eine Situation geschildert, aus der man nur durch Einsatz von Mathematik herauskommt, und zwar von Mathematik, wie sie in den 5. bis 7. Klassen unterrichtet wird. (Das letzte, schwierigste Problem des Buchs ist übrigens eine Verkleidung des Ziegenproblems der Wahrscheinlichkeitsrechnung.) In der Regel geht alles gut aus: Wer richtig rechnet, kann sich befreien. („Bekämpfe Vampire mit Gleichungen!“) Jedes der 24 Kapitel folgt dem gleichen Aufbau: zuerst die Geschichte, die das Problem vorstellt, dann zwei freie Seiten („Platz zum Rechnen“), danach die ausführliche Lösung und anschließend Ergänzungen zum selber Ausprobieren („Mathe-Labor“).

Das alles ist lustig illustriert und hat mir viel Spaß gemacht!

Rezension: Dirk Werner, FU Berlin

Mathematische Spielereien

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Mathematische Spielereien

Emel'an I. Ignatjew
Verlag Harri Deutsch, 1992, 256 Seiten, 10,80 €

ISBN: 3817111878

Emel'an I. Ignatjews Mathematische Spielereien sind ein Klassiker unter den Knobelbüchern. Sie wurden 1908 das erste Mal veröffentlicht und waren eines der ersten Bücher dieser Art in russischer Sprache. Das Buch wurde in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts ins Deutsche übersetzt, wobei einige Aufgaben überarbeitet (in die heutige Zeit übertragen) wurden. Die 176 Aufgaben sind von unterschiedlicher Schwierigkeit, können aber in der Regel auch von jüngeren Schülern gelöst werden. Die einzelnen Kapitel und Rätsel sind unabhängig voneinander und oft in fantasievolle, kurze Geschichten gekleidet, also als Lektüre zwischendurch besonders geeignet. Die ausführlichen Lösungen und Erklärungen machen über die Hälfte des Buches aus und werden wie einige Aufgaben auch durch Skizzen ergänzt. Nicht wenige Aufgaben werden dem Leser bekannt sein: Laut Vorwort stammen sie ursprünglich von Ignatjew. Für Erwachsene leistet das Buch gewiss gute Dienste für entspannendes "Hirnjogging", für Kinder und Jugendliche liefert es leicht verständliche, lösbare Knobelaufgaben - oder Eltern und Kinder, Lehrer und Schüler rätseln gemeinsam!

(Rezension: Thilo Steinkrauß)

Niemand, den du kennst

niemand den du kennst

Niemand, den du kennst

Michelle Richmond
Diana Verlag (3. Mai 2010), Taschenbuch, 400 Seiten, 8,95 €

ISBN-10: 345335477X
ISBN-13: 978-3453354777

Die hochbegabte Mathematikerin Lila Enderlin, bereits in jungen Jahren Anwärterin auf einen Forschungspreis, kommt im Alter von 22 Jahren auf tragische Weise ums Leben. Leider kann ihr Tod nicht aufgeklärt werden, ihre Familie zerbricht über den Ereignissen.

Zwanzig Jahre nach dem Tod ihrer Schwester wird Ellie Enderlin, eine Kaffeeexpertin, wieder mit den damaligen Ereignissen konfrontiert und versucht nun auf eigene Faust herauszufinden, was damals geschehen war. Dazu muss sich Ellie auch in die spannende Welt der Mathematik begeben. Mathematische Vermutungen und Sätze – insbesondere die Goldbachsche Vermutung – werden verständlich vermittelt, und man bekommt einen sehr guten Eindruck von der Faszination dieses Fachs, den auch Nichtmathematiker spüren können.

Der Autorin Michelle Richmond gelingt es, viele interessante Geheimnisse des Kaffees und der Mathematik in einem spannenden Kriminalroman zusammenzuführen. Sehr empfehlenswert!

Rezension: Wolfram Koepf, Uni Kassel

Onkel Petros und die Goldbachsche Vermutung

Onkel Petros und die Goldbachsche Vermutung

Onkel Petros und die Goldbachsche Vermutung

Apostol Doxiadis
Lübbe-Verlag, 2001, 220 Seiten, 8,45 €

ISBN: 378570951X

Das Grundgerüst der Handlung dieses Romans lässt sich so zusammenfassen: Onkel Petros, der Onkel des Ich-Erzählers, ist schon in jungen Jahren von der Mathematik fasziniert. Sein Lebensziel ist es, die Goldbach-Vermutung zu beweisen, also die Aussage, dass sich jede gerade Zahl größer als drei als Summe von zwei Primzahlen schreiben lässt. Onkel Petros hat schöne Teilerfolge, scheitert aber letztlich tragisch.
Was für ein Stoff, wie leicht hätte man daraus einen zwar belehrenden, aber doch im Wesentlichen trockenen Roman stricken können! Nicht so Apostol Doxiadis. Natürlich lernt man auch hier einiges: etwa über die Goldbach-Vermutung und andere Sachverhalte aus der Zahlentheorie, oder über berühmte Mathematiker wie zum Beispiel Euler, Hardy und Ramanujan. Es ist aber ein Roman geworden, der einen wirklich fesselt, man nimmt wirklich Anteil am Leben des Onkels.
Wichtiger noch ist, dass Doxiadis das Kunststück gelingt, die von der Mathematik ausgehende Faszination lebendig werden zu lassen. Wie kommt es, dass Mathematiker die "wirkliche" Welt mitunter hinter sich lassen und sich ganz ihrem Fach widmen? Sind es die ewigen Wahrheiten? Ist es die intellektuelle Herausforderung? Der Rezensent findet das Buch sehr empfehlenswert. Für alle, die irgendwie mit Mathematik zu tun haben und auch als Geschenk für Lebenspartner von Berufsmathematikern, die nach der Lektüre vielleicht besser verstehen, warum der/die andere manchmal in einer anderen Welt verschwunden zu sein scheint.
(Übrigens: Die gleichen Qualitäten hat das Buch von Schogt, das könnten Sie dann beim nächsten Mal verschenken.)

(Rezension: Ehrhard Behrends)