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Das gibt’s doch nicht!

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Das gibt’s doch nicht!

Julian Havil
Heidelberg: Spektrum Akademischer Verlag, 2009, 234 Seiten, 24,95 €

ISBN-10: 9783827423061
ISBN-13: 978-3827423061

Wie schon in seinem Buch Verblüfft?! (Springer-Verlag 2009) greift Julian Havin auch in seinem neuen Buch unglaubliche mathematische Phänomene auf. Diese reichen von mathematischen Knobeleien bis zu Theoremen aus dem 20. Jahrhundert wie etwa dem Banach-Tarski-Paradoxon. Dieses besagt, dass eine Kugel vom Radius 1 so in endlich viele Schnipsel zerlegt werden kann, dass diese Stücke, neu zusammengesetzt, exakt eine Kugel von Radius 2 ergeben. Etwas drastischer: Eine Erbse kann zerlegt und neu zusammengestückelt werden, so dass eine Kugel von der Größe der Sonne entsteht. Das ist zwar unglaublich (und gewiss physikalisch unmöglich), aber im Rahmen der modernen Mengenlehre hieb- und stichfest zu beweisen. Es ist klar, dass man hierbei an die Grenzen des Teilmengenbegriffs und im Zusammenhang damit an die Grenzen des Volumenbegriffs stößt. Der Autor erklärt diese Dinge und lässt die Leser erahnen, warum solche unglaublichen Behauptungen doch stimmen.

Andere Kapitel stellen wahrscheinlichkeitstheoretische Paradoxa vor, z.B. das Simpsonsche Paradoxon, das schon Gerichte beschäftigt hat, das Ziegenproblem und das Benfordsche Gesetz. Auch hier ist es so, dass die Intuition einen häufig auf die falsche Fährte schickt. Wahrscheinlich haben die meisten Leser (wie ich selbst) beim Ziegenproblem zunächst auf die falsche Antwort getippt; der Autor rechnet uns aber vor, wie man mit der korrekten mathematischen Formulierung die richtige Antwort erhält.

Außerdem werden so unterschiedliche Dinge wie Kartentricks und unendliche Reihen, Ziffernfolgen in Zweierpotenzen, überabzählbare Mengen und vieles mehr behandelt.

Vom Leser wird Spaß am Knobeln und mathematischen Kombinieren erwartet, und wer darüber verfügt, wird bei der Lektüre des Buchs auf seine Kosten kommen. Der flüssig geschriebene Text ist fast fehlerlos ins Deutsche übersetzt; es hätte einem aufmerksamen Lektorat jedoch auffallen können, dass diverse Namen falsch geschrieben werden. Das Buch bietet mathematischen Amateuren und Profis manche Überraschung, Vergnügen und Erkenntnis.

Rezension: Dirk Werner, FU Berlin

Denksport für ein Jahr

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Denksport für ein Jahr
140 mathematische Rätsel aus dem Alltag

Georg Grätzer
Spektrum Akademischer Verlag; (2010), 277 Seiten, gebunden, 14,95 €

ISBN-10: 3827425913
ISBN-13: 9783827425911

Der Autor dieser Sammlung von Denksportaufgaben ist der bekannte ungarischstämmige Mathematiker George (György) Grätzer. Die erste ungarische Auflage erschien 1959, als er noch Student an der Universität Budapest war, und erlangte offenbar wie die Bücher seines Vaters, des „Rätselkönigs“ J. Grätzer, in Ungarn erhebliche Verbreitung. Nun liegt die deutsche Übersetzung der zweiten ungarischen Auflage vor.

Das Buch enthält 140 Aufgaben, die in Wochenrationen von zwei bis drei Stück angeboten werden und so für ein Jahr reichen. Wenngleich solche Sammlungen von Knobeleien dazu einladen, mal hier und da zu schmökern, sollte man doch dem Rat des Autors zur linearen Lektüre folgen, denn viele Probleme werden ein zweites oder drittes Mal wieder aufgenommen, und dann ist der Spaß an der Lösung der ersten Version dahin. Übrigens gibt es zu vielen der Aufgaben Hinweise, die auf den Lösungsweg führen, und zu allen Aufgaben vollständig ausgearbeitete Lösungen.

Fast alle Aufgaben haben einen mathematischen Hintergrund wie z. B. das Schubfachprinzip aus der Kombinatorik, die Analyse von Invarianten und immer wieder Teilbarkeitsaussagen, jedoch benötigt man nie spezielle mathematische Vorkenntnisse. Was man benötigt, ist allerdings die Freude an Knobeleien à la Zweistein aus der „ZEIT“. Freunde dieser Art Denksport werden voll auf ihre Kosten kommen!

Rezension: Dirk Werner (FU Berlin)

Heureka! / Mathematik zum Frühstück / Die Sphinx

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Heureka! / Mathematik zum Frühstück / Die Sphinx
(Mathematische Rätsel)

Heinrich Hemme
Vandenhoeck & Ruprecht, 2001, je 109 Seiten, je 12.80 EUR

ISBN: Heureka!: 3525407394
ISBN: Mathematik zum Frühstück: 3525407343
ISBN: Die Sphinx: 3525407351

Das Buch "Heureka!" ist das erste einer Reihe (es folgen "Mathematik zum Frühstück" und "Die Sphinx"), in der in bunter Zusammenstellung Aufgaben mit primär mathematischem und teilweise auch naturwissenschaftlichem Hintergrund präsentiert werden. mathe zum frühstückZu den Aufgaben sind ausführlich beschriebene Lösungswege in einem gesonderten Kapitel "Erste Lösungen" zusammengefasst.
Teilweise sind bei diesen beschriebenen Lösungen weitere im Zusammenhang stehende Folgeaufgaben formuliert, deren Lösungswege im Kapitel "Zweite Lösungen" beschrieben sind. Aus dem gleichen Grunde gibt es auch ein Kapitel "Dritte Lösungen".
In der Einleitung zu diesem Buch steht (Zitat):

"Die Aufgaben haben verschiedene Schwierigkeitsgrade. Manche sind einfache Scherze, für die nicht das geringste Mathematikwissen nötig ist, andere verlangen Grundkenntnisse der Algebra und vor allem der Geometrie. Aber keine Sorge, ein Mathematikstudium ist in keinem Fall erforderlich. ..."

die sphinxLeider ist in dieser Einleitung die Zielgruppe nicht erwähnt. Obwohl es die zitierte Passage aus der Einleitung suggeriert, ist das Buch keine Sammlung von Knobelaufgaben, an denen sich jeder versuchen sollte. Da wird sich schnell Frust einstellen. Insbesondere erscheint die Reihenfolge der Aufgaben rein zufällig und ohne Absicht eines Ansteigens des Schwierigkeitsgrads gewählt zu sein. Die beschworenen geringen Mathematikkenntnisse dürften in vielen Fällen nicht zur selbständigen Lösung der Aufgaben ausreichen, zum Verstehen der beschriebenen Lösungswege sollten sie allerdings genügen.

(Rezension: Wolfgang Volk)

Mathe voll gefährlich

mathe voll gefährlich

Mathe voll gefährlich
24 abenteuerliche Rätsel für junge Mathematiker

Sean Connolly
h.f.ullmann publishing (15. März 2013). 242 S., 9,99 €

ISBN-10: 3848003775
ISBN-13: 978-3848003778

Dieses gut gemachte Buch enthält 24 Knobelaufgaben, an denen sich junge Freundinnen und Freunde der Mathematik (ab 10 Jahren) versuchen können. Die Aufgaben sind in atemberaubende und lebensbedrohliche Geschichten eingekleidet, zum Beispiel: „Jetzt gibt es kein Zurück mehr: Du bist mit zwei anderen CIA-Agenten per Fallschirm auf einem Schneefeld hoch oben im Himalaja abgesprungen.“ Oder: „Es ist das Jahr 1714. Du wachst auf in einem dunklen spanischen Gefängnis und merkst, dass du mit Seilen auf einem Tisch festgebunden bist.“

Und dann wird eine Situation geschildert, aus der man nur durch Einsatz von Mathematik herauskommt, und zwar von Mathematik, wie sie in den 5. bis 7. Klassen unterrichtet wird. (Das letzte, schwierigste Problem des Buchs ist übrigens eine Verkleidung des Ziegenproblems der Wahrscheinlichkeitsrechnung.) In der Regel geht alles gut aus: Wer richtig rechnet, kann sich befreien. („Bekämpfe Vampire mit Gleichungen!“) Jedes der 24 Kapitel folgt dem gleichen Aufbau: zuerst die Geschichte, die das Problem vorstellt, dann zwei freie Seiten („Platz zum Rechnen“), danach die ausführliche Lösung und anschließend Ergänzungen zum selber Ausprobieren („Mathe-Labor“).

Das alles ist lustig illustriert und hat mir viel Spaß gemacht!

Rezension: Dirk Werner, FU Berlin

Mathematische Spielereien

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Mathematische Spielereien

Emel'an I. Ignatjew
Verlag Harri Deutsch, 1992, 256 Seiten, 10,80 €

ISBN: 3817111878

Emel'an I. Ignatjews Mathematische Spielereien sind ein Klassiker unter den Knobelbüchern. Sie wurden 1908 das erste Mal veröffentlicht und waren eines der ersten Bücher dieser Art in russischer Sprache. Das Buch wurde in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts ins Deutsche übersetzt, wobei einige Aufgaben überarbeitet (in die heutige Zeit übertragen) wurden. Die 176 Aufgaben sind von unterschiedlicher Schwierigkeit, können aber in der Regel auch von jüngeren Schülern gelöst werden. Die einzelnen Kapitel und Rätsel sind unabhängig voneinander und oft in fantasievolle, kurze Geschichten gekleidet, also als Lektüre zwischendurch besonders geeignet. Die ausführlichen Lösungen und Erklärungen machen über die Hälfte des Buches aus und werden wie einige Aufgaben auch durch Skizzen ergänzt. Nicht wenige Aufgaben werden dem Leser bekannt sein: Laut Vorwort stammen sie ursprünglich von Ignatjew. Für Erwachsene leistet das Buch gewiss gute Dienste für entspannendes "Hirnjogging", für Kinder und Jugendliche liefert es leicht verständliche, lösbare Knobelaufgaben - oder Eltern und Kinder, Lehrer und Schüler rätseln gemeinsam!

(Rezension: Thilo Steinkrauß)