Leseecke

3,7: Briefe aus einer anderen Welt

briefe aus einer anderen welt

Raymond Hemmecke

Verlag: tredition; Auflage: 1 (15. April 2020)
Taschenbuch: 136 Seiten; 12,95 €
ISBN-10: 3732366359
ISBN-13: 978-3732366354

„Ich weiß wirklich nicht, warum man so viel Zeit darauf verwendet, jungen Erdlingen die Welt der Mathematik so gruselig wie nur möglich zu beschreiben, wo es doch so viele faszinierende Dinge zu entdecken gibt.“

Wer dies gesagt hat? 3,7! Ja du hast richtig gelesen … 3,7 ist ein weibliches Wesen aus einer fernen Welt namens Pirk und von da aus schreibt dieses Wesen mathematische Briefe an uns Erdlinge. Insgesamt schreibt 3,7 neunzehn Briefe mit spannenden mathematischen Themen:

Das unglaubliche Hotel (Thema: Unendlich)

Ganz groß (Thema: Große Zahlen)

Ganz klein (Thema: Brüche)

Party (Thema: Teilen & Unendlich)

Paarfindung (Thema: Addition natürlicher Zahlen)

Von vorn nach hinten und hinten nach vorn (Thema: Addition natürlicher Zahlen)

Wilde Formeln (Thema: Entdecken der Summenformel)

Wilde Formeln im Quadrat (Thema: Summen ungerader Zahlen)

Geht das oder geht das nicht? (Thema: Ein Schachbrettproblem)

Bergauf, bergab (Thema: Problemlösen & Beweisen)

Das Schubfachprinzip (Thema: Existenzbeweis)

Alles Prim heute?! (Thema: Primzahlen)

1001 Zaubertrick (Thema: Rechentricks)

Das Haus des Nikolaus (Thema: Zeichnen in einem Zug)

Doppelhaus-Malerei (Thema: Zeichnen in einem Zug)

Immer schön der Reihe nach (Thema: Kombinatorik/Permutationen)

Wie gut sind die Chancen? (Thema: Permutationen und Wahrscheinlichkeiten)

Wechseln oder nicht? (Thema: Wahrscheinlichkeit)

Jackpot (Thema: Wahrscheinlichkeiten beim Lottospiel)

Die Themen entstehen alle aus dem Alltag der Pirk-Welt. Die Außerirdische 3,7 lebt dort nicht allein, ihr Freund ist der kleine Flugdrache Rudi und gemeinsam werden sie von einem mathematischen Abenteuer ins nächste gezogen. Dabei geht es oft um wirklich tolle sowie herausfordernde mathematische Probleme, die es zu lösen gilt. Die Briefform ist dabei eine geniale und ziemlich motivierende Idee! Die Erdlinge werden direkt angesprochen, bekommen jedoch in den Briefen keine fertigen Lösungen präsentiert, sondern werden aufgefordert mit zu denken, mit zu probieren und selbst Ideen zu entwickeln. Das ist eine enorme Stärke dieses Buches: 3,7 Briefe aus einer anderen Welt.

Wenn du dich jetzt fragst, für welche Altersstufe das Buch denn geeignet ist, dann lässt sich das gar nicht eindeutig beantworten. Auf alle Fälle ist das Buch etwas für dich, wenn du selbst Mathematiklehrerin oder Mathematiklehrer in der Grundschule oder in der Sekundarstufe bist. Denn dann kannst du bestimmt den einen oder anderen Brief mit in den Mathematikunterricht nehmen und deine Stunden damit aufpeppen. Denn so, wie in den Briefen Mathematik thematisiert wird, macht sie garantiert auch Mathemuffeln Spaß!

Es lassen sich bestimmt auch tolle Projekte oder Förderstunden mit kleinen bzw. größeren Matheassen (also mit mathematisch interessierten und begabten Kindern) damit gestalten. Gerade diese Kinder werden zum Weiterknobeln und Weiterdenken angeregt und können so regelrecht ins Mathematiktreiben gelangen. Meine spontane Idee wäre, der Außerirdischen 3,7 und ihrem Freund Rudi einen Antwortbrief zu schreiben. Impulse dazu bieten die Briefe in zahlreicher Form. Schickt eure Briefe einfach an: https://www.lovelybooks.de/autor/Raymond-Hemmecke/

Ja und vielleicht lässt sich der Autor Raymond Hemmecke (den ich euch gleich vorstelle) dann auch wieder neue Briefe für eure Mathefans einfallen.

Auch jetzt in der Zeit des Homeschoolings (die ja noch nicht überall vorbei ist), kann man das Buch als Elternteil gut gebrauchen, um das ein oder andere Schulthema aus dem Matheunterricht mal in einer etwas anderen Art und Weise gemeinsam mit seinen Kids zu thematisieren. Das macht bestimmt Spaß!!!

Der Autor Raymond Hemmecke wurde am 16. Juli 1972 in Kölleda, Thüringen, geboren und wuchs dort als jüngstes von vier Geschwistern auf. Er studierte Mathematik in Leipzig, Brighton und Duisburg, arbeitete in Kalifornien, Magdeburg und Darmstadt als Dozent an Universitäten und war über 5 Jahre lang Mathematik-Professor an der TU München, bevor er 2014 den Schritt aus dem Elfenbeinturm in eine unternehmerische Tätigkeit wagte. Er hat zwei wundervolle junge Töchter, Carina und Paula, die ihm täglich ein Lächeln auf die Lippen zaubern. Schon als Kind begeisterte er sich für Mathematik und versuchte, auch anderen diese Begeisterung zu vermitteln. Denn Mathematik macht Spaß! Zumindest kann Mathematik sehr viel Spaß machen, wenn anstatt schnöder Formeln und Rechnungen genau dieser Spaß vermittelt wird. Und genau deshalb beschreitet der Autor neue Wege und gibt in seinen kurzen Briefen Einblick in eine Welt, die vielen Kindern und Erwachsenen bisher wohl leider verborgen blieb. Seine Briefe sind für kleine und große Kinder und Erwachsene geschrieben, in der Hoffnung, allen das Tor zur faszinierenden Welt der Mathematik zu öffnen. Denn Mathematik macht Spaß!

Und zum Schluss noch eine Lesermeinung, der ich mich gern anschließen möchte:

„Die Protagonisten sind die Außerirdische 3,7 und ein kleiner Flugdrache mit Namen Rudi. Diese beiden helfen dem Leser sich in der Welt der Mathematik besser zurecht zu finden. Man kann sich sofort in die einzelnen mathematischen Bereiche, die in dem Buch erklärt werden, z.B. Unendlichkeit oder Primzahlen, hineinversetzen. Alles wird kindgerecht erklärt. Selbst Erwachsene mit „Respekt“ vor der Mathematik können hier noch was lernen oder besser verstehen wie Mathe funktioniert. Selbst mein Mann, ein Mathematiklehrer, fand das Buch sehr gut. Na wenn das nichts ist. In diesem Sinn… keine Angst vor Mathe und ran ans Verstehen und Begreifen.“

Rezension: Mandy Fuchs (Neubrandenburg)

Die vorliegende Rezension erschien zuerst im Blog der Rezensentin und wurde mit Erlaubnis der Rezensentin in die Leseecke übernommen.

Die Farben der Quadratzahlen: Kleine Anleitung zum mathematischen Staunen

die farben der quadratzahlenRudolf Taschner

Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG (19. August 2019), 273 Seiten (Hardcover), 22,00 €
Kindle-Ausgabe: 16,99
ISBN-10: 3446264515
ISBN-13: 978-3446264519

Selten habe ich ein so tiefsinniges und doch mit leichter Hand geschriebenes Buch über Mathematik gelesen wie dieses. Rudolf Taschner stellt eine „kleine Anleitung zum mathematischen Staunen” (so der Untertitel) vor und bringt viele Juwelen mathematischer Erkenntnis, manche, die in einem solchen Text nicht ganz unerwartet sind (bedingte Wahrscheinlichkeiten und die Bayes- Formel, Primzahlen, euklidische Geometrie), und andere, die in einem Buch populärwissenschaftlichen Zuschnitts eher selten vorkommen. Einige Highlights dieser Kategorie sind Zermelos Beweis der Eindeutigkeit der Primfaktorzerlegung (ausgeführt an einem reprasentativen Beispiel), die Riemannsche Vermutung (hier formuliert mit Hilfe der Abweichung der Primzahlanzahl von der Näherung, die der Primzahlsatz angibt (und zwar der Näherung durch den Integrallogarithmus), geometrische Körper mit endlichem Volumen und unendlicher Oberfläche, und im letzten Kapitel wird ein vollständiger Beweis des Banach-Tarski-Paradoxons gegeben, das behauptet, man könne eine Kugel so in endlich viele Teile zerlegen und diese dann neu zusammensetzen, dass zwei Kugeln vom selben Radius wie vorher entstehen. Das hört sich falsch an, und es ist physikalisch auch falsch, aber mathematisch richtig: Das Auswahlaxiom macht's möglich. Hier wie an manchen anderen Stellen ergreift Taschner die Gelegenheit, die erkenntnistheoretischen Implikationen mathematischen Denkens zu erkunden.

Der Inhalt des Buches ist erheblich reicher, als die oben genannten Beispiele andeuten können; aber diese zeigen, dass der Autor von seinen Lesern einiges verlangt. Sein Stil gestattet es ihnen jedoch (den Mut zur intellektuellen Anstrengung vorausgesetzt), ihm zu folgen. Kurzum: Dies ist ein hervorragendes Buch über mathematisches Denken und mathematische Erkenntnis mit staunenswerten Resultaten aus vielen Bereichen der Mathematik. 

Übrigens: Der leicht esoterisch anmutende Titel mag gewisse Leser anziehen, die dann sehr enttäuscht sein werden; tatsächlich bezieht er sich auf ein Phänomen aus der Optik, das im 4. Kapitel erläutert wird.

Rezension: Dirk Werner (FU Berlin)

Ziffy, der Zahlenzauberer – Eine magische Reise durch die Welt der Mathematik

ziffy der zahlenzauberer

Annegret Weng, Susanne Renger

Verlag: Springer, 1. Aufl. 2019 (11. Oktober 2019), 253 Seiten, Tachenbuch, 19,99 €
ISBN-10: 3662593971
ISBN-13: 978-3662593974

Wirklich, ein schönes Buch! Für ältere Kinder (in Teilen ab 8 Jahren) und Jugendliche, auch für Eltern oder Großeltern, die Kindern oder Enkeln und Enkelinnen kleine Denksportaufgaben, Rätsel, Geschichten und Zaubertricks zeigen wollen, die allesamt einen mathematischen Hintergrund haben.

Denn davon handelt dieses Buch: „von den Zahlen, den Mustern, der Geometrie, von der Jahrtausend alten Geschichte, von den vielen Menschen, die ihr Leben den Zahlen gewidmet haben, den spannenden Anwendungen …“. Alle Themen werden sehr anschaulich, in leicht verständlicher Sprache behandelt.

Dem Titel wird der Inhalt gerecht: Fast zu jedem Abschnitt wird mit Zahlen „gezaubert“. Die Zaubertricks verwenden Werkzeuge aus der Mathematik, die man nicht unbedingt für das Zaubern parat haben muss – aber auch nur von geringem Schwierigkeitsgrad sind die Mathematik-Kenntnisse, die man benötigt, um das Funktionieren der Tricks zu verstehen.

Das Layout des Buches ist sehr konsequent gestaltet, in unterschiedlichen Farben unterlegte Abschnitte gliedern den Text stark und erlauben so sehr einfach, z. B. Rätsel (grün) oder die Zaubertricks (violett) aufzufinden. Grafiken, Tabellen und Bilder ergänzen hilfreich den Text. Im Anhang findet man Lösungen zu ausgewählten Aufgaben und ein ausführliches Verzeichnis weiterer Literatur, das es erlaubt, zu den einzelnen Themen tiefer gehende Informationen zu bekommen.

Im folgenden seien noch kurz einige Inhalte notiert, die für den mathematisch Vorgebildeten von Interesse sein können.

Das Thema „Zahlen“ kommt in jedem Kapitel vor. Da geht es um gerade und ungerade, um Primzahlen, um die Zweierpotenzen (mit der Legende vom Schachbrett und den Weizenkörnern), später u. a. um die Fibonacci-Zahlen, magische Quadrate und Kopfrechentricks. Zu „Mustern und Geometrie“ findet man Abschnitte über Symmetrie, Topologie (Donut, Brezel, Möbiusband, 4-Farben-Satz), fraktale Gebilde (Schneeflockenkurve und Sierpinski-Dreieck). Ein Beispiel zur „alten Geschichte und den vielen Menschen“ demonstriert am Leben von Hypatia, Agnesi, Sophie Germain, Sofja Kowalewskaja und Emmi Noether, dass Mathematik nicht nur von Männern gemacht wurde. Als „spannende Anwendungen“ werden u. a. Verschlüsselungsmethoden, Codierungen (Strich-Code auf Verpackungen) und Fragen zu kürzesten Wegen (Navigationsgerät) beschrieben. „Spannende Anwendungen“ der Wahrscheinlichkeitsrechnung lässt sich die Autorin natürlich auch nicht entgehen: mit einfachen Spielen (Lügenmäxchen) geht es los und endet beim Ziegenproblem und dem Geburtstagsparadoxon.

Rezension: Hartmut Weber (Kassel)

An Insight – Women in Science

women Layout A3 farbe 2„Maybe it is still very important to try to focus the mathematical community on women in mathematics, but not just in terms of excellence, but of the ordinary life as a woman, which is, by nature, extraordinary” sagt Sylvie Paycha bei einem Fotoshooting für die Veranstaltung „Women of Mathematics throughout Europe“, während sie tief in die Kamera blickt. „So, the ordinary life as a woman in mathematics is, because there are so few of them and because the path is not easy, extraordinary.” Das Gewöhnliche wird also außergewöhnlich, denn in der Männerdomäne Mathematik sind Frauen auch im 21. Jahrhundert noch immer eine signifikant unterrepräsentierte Minderheit.

Sylvie Paycha ist Professorin für Mathematik an der Universität Potsdam und eine der drei Protagonistinnen im neuen Film „An Insight – Women in Science“ der Autoren und Regisseure Agnes Handwerk und Harrie Willems. Im ersten Kapitel der zweiteiligen Dokumentation begleiten Handwerk und Willems die Mathematikerinnen Karin Baur, Paycha und Carola-Bibiane Schönlieb über mehrere Jahre an ihren Wirkungsstätten in Graz, Berlin und Cambridge und gewinnt dabei Einblicke in den Arbeitsalltag und das Innenleben der drei Wissenschaftlerinnen, die aus je unterschiedlichen Lebensrealitäten heraus, von ihren Erfahrungen als forschende Frauen berichten. Die Protagonistinnen erzählen dabei exemplarisch von den Erwartungshaltungen gegenüber ihrer Rolle als Mutter (Baur), von Frauenförderung an mathematischen Fakultäten (Schönlieb) und allgemein von der Herausforderung, in der von Männern dominierten Mathematik als Frau Fuß zu fassen.

Im zweiten Kapitel nehmen Agnes Handwerk und Harrie Willems ihr Publikum mit auf die Konferenz „I, Scientist 2019“ in Berlin. Bei „I, Scientist“ handelt es sich um eine von vornehmlich jungen Wissenschaftlerinnen ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe zu den Themen Gender, Networking und Karrierewege. Dort unterhält sich die Regisseurin mit den Veranstalterinnen Katrin Reiniger, Katharina Landfester, Mara Osswald und Franziska Flegel über Geschlechterfragen, und darüber, wie „I, Scientist“ helfen kann, Frauen in der Wissenschaft mehr Sichtbarkeit zu verschaffen. Insbesondere Osswald hebt dabei die gesamtgesellschaftliche Relevanz des Themas Geschlechtergerechtigkeit hervor: „It's not a women's thing, it's a societies' thing.“. Im Gegensatz zu den im ersten Teil porträtierten Professorinnen steht den Protagonistinnen im zweiten Teil des Films ihre Wissenschaftliche Karriere noch bevor, gehören aber einer Generation an, die schon viel selbstbewusster für Gleichberechtigung eintreten.

In einer nüchtern gehaltenen Inszenierung, die dennoch mit einer subtilen Bildsprache, beispielsweise durch einen Kinderwagen auf einem Vortrag zur Gendergerechtigkeit in Naturwissenschaften im Rahmen von „I, Scientist“ oder einen Zoom auf die Skulptur einer Frau – nackt und aus beton – zu überzeugen weiß, gelingt es Handwerk und Willems, das Thema Geschlechtergerechtigkeit in der Mathematik und den Naturwissenschaften in einer vielschichtigen und umfassenden Art und Weise zu präsentieren. Dabei ist ein spannendes Portrait starker Frauen entstanden, das auch als fundierte Branchenstudie aufzufassen ist. Insbesondere die Multiperspektivität des Themenkomplexes und die deutliche Benennung von Defiziten trotz aller Gleichstellungsbemühungen wie die Frauenförderung an Universitäten oder Veranstaltungen wie „I, Scientist“, macht „An Insight – Women in Science“ zu einem gelungenen Beitrag zu einem der wichtigsten Diskurse im Wissenschaftsbetrieb.

Der Film ist 38 Minuten lang und in englischer Sprache abgefasst.

Bei Interesse an Vertrieb kontaktieren Sie

Agnes Handwerk
Ochsenweberstr. 41
22419 Hamburg
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Harrie Willems
Binnenkadijk 355
NL1018AX Amsterdam
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Euklids Wohnzimmer – 100 mathematische Kopfnüsse für Denker

euklids wohnzimmer2Heinrich Hemme, Matthias Schwoerer

Taschenbuch: 326 Seiten
Verlag: Springer; Auflage: 1. Aufl. 2019 (7. Mai 2019), 326 Seiten
Taschenbuch: 19,89 €
ISBN-10: 3658248599
ISBN-13: 978-3658248598

In Euklids Wohnzimmer wird die erste mathematische Rätselgeschichte erzählt - „Euklid“ ist der Spitzname des ehemaligen Mathe-Lehrers des fiktiven Erzählers. Die Geschichte spielt sich in dessen Wohnzimmer ab und betrachtet den mit unterschiedlich großen quadratischen Holzplatten belegten Parkett-Fußboden. Letzten Endes geht es um die Frage, wie groß das kleinste Rechteck ist, das die elf Quadrate mit den Seitenlängen von 1 bis 11 umfasst.

Ähnlich nett verpackt sind die restlichen 99 Rätsel. Ich kannte schon etliche dieser Knobel-Aufgaben aus der Zeitschrift „Bild der Wissenschaft“, in der regelmäßig eine solche von Heinrich Hemme erscheint. So sind denn auch diese 100 Kopfnüsse alle in den Jahren von 2008 bis 2017 dort zuerst veröffentlicht worden und jetzt hier nur leicht verändert zusammengefasst.

Meist werden ganz alltägliche Dinge wie Münzen, Spielsteine, Schachbretter oder Streichhölzer, auch Kalenderdaten und Uhrzeiten zum Inhalt der Rätsel gemacht. Oder es geht um einfache geometrische Zusammenhänge – so wie in Euklids Wohnzimmer.

„Die Aufgaben unseres Buches sind auch nicht für Mathematiker geschrieben, sondern für Rätselliebhaber. Um sie lösen zu können, reicht die Mittelstufenmathematik der Schule völlig aus. Für manche Aufgaben ist nicht einmal diese notwendig, sondern man braucht nur den gesunden Menschenverstand.“

Letzteres kann ich durchaus bestätigen, allerdings muss dieser doch recht scharf sein! Wer meint, die Lösung in wenigen Minuten schaffen zu können, der liegt schief: der Schwierigkeitsgrad ist bei vielen Aufgaben doch beträchtlich. Geduld ist gefragt! Wer dabei schnell die Lust verliert und aufgibt, wird nicht zu dem Erfolgserlebnis gelangen, das eine gute und vielleicht überraschende Lösung bereitet. Und wer viele davon gelöst hat, der hat mit Sicherheit an Kreativität und Selbstbewusstsein gewonnen.

Rezension: Hartmut Weber (Kassel)