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Das Geheimnis des kürzesten Weges

das geheimnis des kürzesten Weges

Das Geheimnis des kürzesten Weges

P. Gritzmann, R. Brandenberg
Springer Verlag, 2001, 356 Seiten, 19,95 €

ISBN: 354022193X

Ruth hat von ihrem Vater einen Computer geschenkt bekommen, nicht irgendeinen, sondern einen mit einer geheimnisvollen Kommunikationsbox versehenen. Ein kleiner Druck auf den Schalter und es meldet sich Vim, der - wie er sagt - gut zuhören kann und einiges zu erzählen hat. Und schon sind wir mittendrin in einer wundersamen Tour durch die Welt auf der Suche nach dem kürzesten Weg. Ruth erfährt von Vim, was Routenplanung mit Satellitenübertragung und Handys zu tun hat, über Schachprobleme und das Münchner U-Bahn-Netz wird diskutiert, weiter geht's von der Müllabfuhr zum Chinesischen Postboten, von platonischer Liebe und gierigen Algorithmen ist die Rede, und schließlich steigt sie mit Freund Jan in das Problem des Handlungsreisenden ein und erfährt staunend, was das mit dem Windows Minesweeper zu tun hat und mit der Datensicherheit und ...



(Rezension: Martin Aigner)

Der Zahlenteufel

der zahlenteufel

Der Zahlenteufel

Hans Magnus Enzensberger
Hanser, 1997, 263 Seiten 19,90 €
Hanser TB: Dtv 1999, 11 €

ISBN: 3446189009
ISBN: 3423620153

Hans Magnus Enzensberger, der Lyriker, Essayist und Liebhaber der Mathematik, hat ein Kinderbuch geschrieben, laut Untertitel "für alle, die Angst vor der Mathematik haben". Die Hauptfigur ist ein Teufelchen, ein leicht cholerisches und stets ungeduldiges Wesen, das dem Sechstklässler Robert Nacht um Nacht im Traum erscheint, um ihm diverse Tricks aus dem Reich der Zahlen vorzuführen. Anfänglich ist Robert wenig begeistert von seinem nächtlichen Besucher, ist er doch schon genug von schlechten Träumen bei Nacht und von den Aufgaben seines Mathematiklehrers bei Tag geplagt. Doch sehr schnell macht ihm der Zahlenteufel klar, dass die "richtige" Mathematik nichts mit dem schulischen Rechendrill zu tun hat, und weiht ihn in einige Geheimnisse der Null und der Eins, der Fibonacci-Zahlen und der Primzahlen, der unendlichen Mengen und vieler anderer Dinge ein, was Robert mehr und mehr begeistert. Aber Robert erfährt auch, dass die Essenz der Mathematik ist, aufgestellte Aussagen zu beweisen und nicht nur in wie vielen Einzelfällen auch immer zu überprüfen. Übrigens: Eines wird auch der Zahlenteufel im Gegensatz zu seinen Ankündigungen nicht schaffen, nämlich zu beweisen, dass "irgendwas hoch 0 gleich 1" ist; tatsächlich ist das eine Definition, und man kann nur argumentieren, warum sie sinnvoll ist, aber nicht, dass sie richtig ist. Nun ist der Zahlenteufel ein Traumwesen, und das berechtigt ihn offenbar, Rettich statt Wurzel, prima Zahl statt Primzahl, unvernünftige Zahl statt irrationale Zahl etc. zu sagen. Im Kontext der Geschichte ist das aber bei weitem nicht so anbiedernd albern, wie es sich im ersten Moment anhört; und hat nicht schon der große Göttinger Mathematiker David Hilbert geschrieben, man müsse statt Punkt, Gerade, Ebene stets auch Stuhl, Tisch, Bierseidel sagen können? Enzensberger hat ein Buch geschrieben, das allen Freunden der Mathematik und denen, die es werden wollen, die Mathematik von ihrer faszinierenden Seite zeigt; Rotraut Susanne Berner hat es wunderbar illustriert. Kinder jeden Alters (sagen wir zwischen 12 und 100) werden es mit Vergnügen lesen.



(Rezension: Dirk Werner)

The Dot and the Line

the dot n the line

The Dot and the Line

Norton Juster
Sea Star Books, New York, 2001, 76 Seiten, 7.95 US$

ISBN: 1587170663

Mathematik im Kinderbuch: Das war vielleicht noch nie charmanter, anregender und witziger als das Büchlein aus dem Jahr 1963 von Norton Juster: "The Dot & the Line. A romance in lower mathematics".

Eine Liebesgeschichte prall aus dem Leben: Eine aufrechte aber etwas steife Gerade hat sich Hals-über-Kopf in einen roten Punkt verliebt ...
"Once upon a time there was a sensible straight line
who was hopelessly in love
with a dot"

.... aber der hat nur "Augen" für einen Krakel - damit geht das Drama los, das liebevoll, humorvoll und witzig erzählt und illustriert ist: in rot-weiß-schwarz, was damals ganz modern war, und immer noch interessant wirkt.

Das Buch war offenbar ein Aufsehen erregender Erfolg. Dem Klappentext entnehmen wir, dass aus dem Buch von 1963 sogar ein Kurzfilm wurde - und der hat 1965 den Zeichentrick-Oscar gewonnen! Ein Klassiker aus dem Jahr 1963, jetzt frisch wieder aufgelegt: leider bisher nur auf Englisch zu haben... in dieser Form aber auch ein wunderbares Geschenk-Buch, für Kinder zwischen 5 und 105.



(Rezension: Günter M. Ziegler)

Wie man durch eine Postkarte steigt

Wie man durch ein Postkarte steigt

Wie man durch eine Postkarte steigt
... und andere spannende mathematische Experimente

Albrecht Beutelspacher, Marcus Wagner
Herder Verlag, 2008, 160 Seiten, 14,90 €

ISBN: 3-451-29643-8

Es gibt wieder etwas Neues von Albrecht Beutelspacher zu lesen. Gerade für interessierte Mathematiklaien oder -liebhaber ist dies immer eine gute Nachricht. So waren bereits seine Bücher Das ist o.B.d.A. trivial, Pasta all'infinito. Meine italienische Reise in die Mathematik oder Einmal sechs Richtige große Erfolge. Jedes Mal ist es ihm gelungen, mathematische Themen auf allgemeinverständliche und vor allem faszinierende Art und Weise zu präsentieren.
Jetzt hat er gemeinsam mit seinem ehemaligen Mitarbeiter am Mathematikum in Gießen und jetzigen wissenschaftlichen und pädagogischen Leiter des Dynamikum Science Center in Pirmasens, Marcus Wagner, ein mathematisches Experimentierbuch herausgegeben.
Dies ist hauptsächlich für Kinder konzipiert, bereits Kinder im Vorschulalter werden sich an dem einen oder anderen Experiment begeistern können. Jedoch stellt es auch für Erwachsene einige spannende Experimente bereit.
Das es sich wirklich um Experimente und gerade um mathematische Experimente handelt, ist den Autoren wichtig. So schreiben sie bereits im Vorwort:
"Wenn man den Unterschied zwischen einem physikalischen und einem mathematischen Experiment scharf fasst, kann man sagen: Mit einem physikalischen Experiment wird ein Naturgesetz nachgewiesen, mathematische Experimente regen Gedanken an. In jedem Fall ist es so, dass mathematische Experimente immer das gleiche Ergebnis liefern."
Auch beschreiben sie die mathematischen Experimente dadurch, dass sie Anlass zu Fragen geben, warum das Experiment ein solches Ergebnis liefert. Außerdem regen sie Vorstellungen an und bergen in sich Hinweise zur gedanklichen Klärung. Guten Gewissens kann hier behauptet werden, dass dies tatsächlich so ist. Zwar mögen einige der Experimente simpel erscheinen, doch gibt es genügend andere, bei denen man aus dem Staunen kaum heraus kommt. Was jedoch vor allem lobenswert ist, ist die Tatsache, dass man sich fast zwangsläufig Gedanken darüber macht, wie solche "Phänomene" funktionieren. Ganz ohne Druck kommt es so zu einer Auseinandersetzung mit mathematischen Prozessen, welche einen nicht zu vernachlässigenden Einfluss auf das allgemeine mathematische Verständnis haben kann.
Insgesamt sind die Experimente in folgende acht Kategorien eingeteilt:

  1. Figuren
  2. Kurven
  3. Es passt!
  4. Zwischen zweiter und dritter Dimension
  5. Würfel und Pyramiden
  6. Reflexionen
  7. Kleine und große Zahlen
  8. Geheimnisvolles

Wie diese Einteilung schon andeutet, findet man zu vielen verschiedenen Themen spannende Experimente.
Auch die Experimente zu Beginn, welche noch äußerst einfach sind, wie beispielsweise aus Rechtecken gleichseitige Dreiecke zu falten, fördern interessante, oft nicht bekannte Tatsachen zu Tage, da sie jeweils mit ausführlichen Erklärungen versehen sind. So lernt man dabei gleich noch etwas über Symmetrieeigenschaften, Wurzeln oder Eigenschaften von DIN-Maßen.
Sehr positiv ist auch, dass im überwiegenden Fall der Experimente keine besonderen Hilfsmittel benötigt werden. Es genügen fast immer Papier, Klebstoff und eine Schere. So lassen sich die Experimente auch spontan durchführen. Bei einigen wenigen werden noch gewisse Zusatzhilfsstoffe gebraucht, beipielsweise Spiegelkacheln, doch können alle diese benötigten Stoffe problemlos in Bastel- oder Handwerkermärkten besorgt werden.
Hat man diese Ausrüstung dann zusammen, so kann man Möbiusbänder zerschneiden und sich fragen, warum man nicht zwei Teile, sondern nur ein längeres erhält, man kann verklebte Papierringe zerschneiden und zur allgemeinen Verwunderung ein Quadrat erhalten oder man lernt etwas über Codierungstechniken, um sich geheime Nachrichten zukommen zu lassen. Natürlich erfährt man auch die im Titel angedeutete Methode, durch eine Postkarte zu steigen.
Alles in allem ein großer und aufgrund der Vielzahl der Experimente auch lang anhaltender Spass für Kinder und Erwachsene.

(Rezension: Joerg Beyer)

Zahlenmärchen

Zahlenmärchen

Zahlenmärchen

Ida Fleiß, Gert Mittring
Wagner Verlag, 2007, 62 Seiten, 24,90 €

ISBN: 3-866-83133-1

In einem Zug mit einer hellgrauen Lokomotive lädt Zugführer und Rechenkünstler Gert Kinder zu einem Ausflug ins Wunderland der Zahlen ein. Dort soll es viele spannende Dinge zu sehen und zu erleben geben, und unterwegs erzählt er auch noch ein paar Märchen aus dem Wunderland der Zahlen.
Gert ist also die Hauptfigur im Buch Zahlenmärchen, zugleich aber auch einer der beiden Autoren. Gemeinsam mit Ida Fleiß, mit der auch ein Institut betreibt, in welchem sie Kinder auf Hochbegabung untersuchen, hat Gert Mittring dieses Märchenbuch verfasst, welches einen spielerischen Zugang zu Zahlen schaffen soll. Gert Mittring selbst ist, wie der Gert im Buch, auch in Wirklichkeit ein Zahlenkünstler. Er gewann bereits vier Mal die Goldmedallie bei den Olympischen Denksport-Spielen und steht u.a. im Guiness-Buch der Rekorde, weil er in 13,3 Sekunden die 137. Wurzel einer tausendstelligen Zahl im Kopf und ohne Hilfsmittel berechnete.
Dass er nicht nur ein verschrobenes Rechenwunderkind ist, zeigt der Diplom-Informatiker, Doktor der Pädagogik und Doktor der Psychologie nun einmal mehr mit diesem Kinderbuch.
Dort macht, wie oben bereits erwähnt, der Zugführer und Rechenkünstler einen Ausflug mit den Kindern in das Wunderland der Zahlen, wo sie unter anderem die Zahlenklinik und die Zahlenhöhle besuchen. Auf der Reise von einem zum anderen Ort erzählt Gert zusätzlich noch einige Märchen für die Kinder, welche sich allesamt ebenfalls um Zahlen drehen. In diesen wird in einfacher und spielerischer Weise ein erster Einblick in die Welt der Zahlen und der Mathematik gegeben.
So erfährt man beispielsweise durch das Märchen vom König der Teilbarkeit dem Zweiten so einiges über Zahlen, welche sich nicht teilen lassen und außerdem, dass letztendlich jede Zahl ein Produkt eben solcher unteilbaren Zahlen ist. Diese unteilbaren Zahlen werden schließlich vom König feierlich zu Primzahlen ernannt und es gibt ein großes Fest.
Neben weiteren Märchen, wie Das Geheimnis der tanzenden 8 oder Der Teufel und die Zahlenhexe gibt es im abschließenden Märchen von der schlauen 5 auch noch eine Rätselaufgabe, die der Leser am Besten selbst lösen sollte. Nach der Lektüre dieser Zahlenmärchen braucht es aber wahrscheinlich keine großen Überredungskünste, Kinder dazu zu bringen, sich mit einem solchen mathematischen Rätsel zu befassen. Dafür ist die Welt der Zahlen, so wie sie hier geschildert wird, dann doch viel zu spannend und faszinierend.
Neben all diesen Geschichten und mathematischen Anregungen ist das Buch mit insgesamt zehn ganzseitigen farbigen Bildern verschönert, welche auch zu einer angenehmen Kinderlektüre beitragen.

(Rezension: Joerg Beyer)